Wiedlisbach
Eine langweilige Arbeit, die allen gefällt

Die Interessengemeinschaft Pro Jura Bipperamt, die Initiantin des Sagenwegprojektes, bemüht sich laufend, die drei Sagenwegrouten noch attraktiver zu gestalten. Wiedlisbacher Realschüler helfen mit und bereichern den Pfad mit neuen, lebensgrossen Figuren.

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Werkunterricht

Werkunterricht

Solothurner Zeitung

Kurt Nützi

Nun kann die Interessengemeinschaft Pro Jura Bipperamt mit einer weiteren Attraktion aufwarten. Als dritte Lehrkraft folgte der Wiedlisbacher Reallehrer Gottlieb Holzer der Einladung der Interessengemeinschaft, eine oder mehrere Sagen mit Skulpturen zu verschönern.

Mit seiner 40-jährigen Unterrichtserfahrung nahm Holzer vor zwei Jahren das Projekt an die Hand. Zuerst liess der begabte, nichttextile Werklehrer seine zehn Acht- und Neuntklässler der Realschule Wiedlisbach alle 24 Sagen, welche der Wanderer entlang der drei Sagenwegrouten antreffen kann, durchlesen.

Lebensgrosse Figuren aus Dachlatten

Die Interessengemeinschaft wählte 24 Sagen aus dem Buch «Flueblüemli und Aarechisle», welches 1991 im Langenthaler Merkur Verlag erschien, aus, sofern sie sich entlang der Wanderwege abspielten. Die Solothurner Autorin Elisabeth Pfluger sammelte im 192 Seiten dicken Buch «Sagen und Müsterli us den Ämter Wange und Aarwange».

Die zehn Knaben wählten vier Sagen aus, welche sie im Werkunterricht in der Metallverarbeitung mit mannsgrossen Figuren illustrierten. Ihre Wahl fiel auf «Hexe in der Kuhgasse» oberhalb von Rumisberg auf der Sagenroute 2. Die andern drei Sagen «Der Grenzhund», «Im Zweikampf gefallen» und «Der Brunnmattschatz» sorgen für eine attraktivere Route 3.

Auf die ersten beiden Metallskulpturen stösst der Wanderer, wenn er beim Bahnhof Oberbipp startet und Richtung Schloss spaziert. Effektiv sind es drei Figuren: der kläffende Hund und der Schütze (Hauptmann Ziegler) und der getroffene Major (Imthurn). Dieser wurde auf dem Friedhof in Oberbipp begraben.

Den Brunnmattschatz findet der Wanderer, wenn er von der Hexe Richtung Hinteregg wandert, dann Richtung «Gipsi» abzweigt und bis zur Brunnmatt nach Farnern weiterwandert. Nach der Wahl liess Holzer Zeichnungen anfertigen. Dann wurden Modelle mit den drei Materialien Sagex, Karton und Holz gebastelt. Schliesslich fertigten die Schüler lebensgrosse Figuren aus Dachlatten an. Gottlieb Holzer bestand darauf, dass die Winkel genau gemessen wurden und die Proportionen der Figuren stimmten. Jetzt erst folgte die Metallbearbeitung.

Figuren wurden einbetoniert

Die Schüler lernten schweissen, bohren, fräsen, schmirgeln und schleifen. Holzer beurteilt die zweijährige Entstehungsgeschichte: «Es war eine langwierige und bisweilen auch langweilige Arbeit. Aber wenn ich das Endprodukt sehe, bin ich mit den Schülern und den fünf Figuren rundum zufrieden.» In der Galvano AG in Wiedlisbach wurden die fünf Figuren galvanisiert, so dass sie vor Rost gefeit sein sollten.

Als Köpfe verwendeten die Schüler Steine. Mit Hilfe der Wiedlisbacher Gemeindearbeiter wurden die fünf Figuren an die Bestimmungsorte transportiert und einbetoniert. Zu hoffen ist, dass die Wiedlisbacher Skulpturen mehr Bestand haben als jene der Attiswiler Lehrerin Ines Muralt und des Schulleiters der Schulen am Berg, Ernst Stalder. Die wilden Drachen aus Ton oberhalb von Attiswil zerstörte der Winterfrost. Die Skulptur der Farnerer Realschüler wurde Opfer eines Vandalenaktes.

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