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Eine Landkarte für die Energie

Das Biomassenkraftwerk der Firma Richi in Weiningen produziert genug Wärme, um die ganze Fahrweid zu beheizen. Diese Energie wird bislang aber nicht genutzt. Der Gemeinderat will diesem Missstand mit einer Energieplanung Abhilfe schaffen.

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Limmattaler Zeitung

Sandro Zimmerli

Energiequellen effizient nutzen und dabei möglichst umweltbewusst vorgehen - dieses Ziel hat sich die Gemeinde Weiningen auf die Fahnen geschrieben. Der Gemeinderat hat deshalb bei einem Raumplanungsbüro einen so genannten Energieplan in Auftrag gegeben. Damit soll für die Baubehörde die Grundlage geschaffen werden, Grundeigentümer zum Anschluss an ein im Plan
eingetragenes Wärmesystem zu verpflichten.

Zu diesen Wärmesystemen gehört das Biomassenkraftwerk der Firma Richi im Gebiet Risitobel. Dieses Kraftwerk produziert durch das Verbrennen von Bauabfall Strom. Gleichzeitig ist die dadurch erzeugte Menge an Wärme so gross, dass damit grosse Teile der Fahrweid beheizt werden könnten. Allerdings blieben die vom Gemeinderat unterstützten Bemühungen, in der Fahrweid einen Fernwärmeverbund zu realisieren bislang ohne Erfolg, da bislang noch nicht genügend Liegenschaftenbesitzer gefunden werden konnten, die sich an einem solchen Verbund beteiligen wollen. Um wenigstens einen Teil der Abwärme zu nutzen, hat die Firma Richi ein Projekt für beheizbare Treibhäuser ausgearbeitet (siehe Kontext).

Ein langfristiges Projekt

Update

Label «Energiestadt»: Bis Ende 2008 wurden schweizweit 175 Gemeinden mit dem Label ausgezeichnet. Darunter Dietikon und Schlieren. Das Label ist ein Leistungsausweis für eine nachhaltige Energiepolitik. Energiestädte fördern erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und setzen auf eine effiziente Nutzung der Ressourcen. «Energiestadt» ist ein Programm des Bundesamtes für Energie. Weiter Informationen unter: www.energiestadt.ch. (zim)

Gemäss Auskunft der Gemeindekanzlei bedeutet dies nicht, dass mit dieser Planung direkte Repressionsmöglichkeiten geschaffen werden. «Einen Zwang gegenüber den Liegenschaftenbesitzern kann bei Vorliegen einer Energieplanung nur ausgeübt werden, wenn ein Neubau oder der Ersatz einer Heizungsanlage bevorsteht», heisst es. Der Plan verfolge somit eine langfristige Strategie und erlaube ein koordiniertes Vorgehen zwischen Behörde und Wärmelieferant. Zudem unterstütze die Gemeinde das Vorhaben nur dann, wenn für die Firma Richi dadurch keine Monopolstellung auf dem Markt entstehe.

Analyse der Gasversorgung

Neben dem Biomassenkraftwerk existieren in Weiningen noch andere Energiequellen, wie Holzschnitzel-Heizzentralen oder die Gasversorgung. Die Energieplanung soll deshalb nicht nur das Versorgungsgebiet für den Fernwärmeverbund festlegen, sondern aufzeigen, in welchen Gebieten das Heizen mit Holzschnitzelheizungen sinnvoll ist. Zudem soll eine Analyse des Gasversorgungsgebiets durchgeführt werden.

Als Nebeneffekt kann die Energieplanung auch für den Erhalt des Labels «Energiestadt» verwendet werden (siehe Update). Dies habe nicht oberste Priorität, heisst es auf der Gemeinde. «Das Label kann aber für das Standortmarketing verwendet werden und soll ein Fernziel sein.

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