Touri

Eine Art Stieftochter des Kantons

Seminarmeile Solothurn: Im Geschäfts- und Konferenztourismus sieht der Regierungsrat Potenzial. Urs Lindt

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Seminarmeile Solothurn: Im Geschäfts- und Konferenztourismus sieht der Regierungsrat Potenzial. Urs Lindt

Feuer und Flamme für die aktive Tourismusförderung war der Kanton noch nie. Dies wird wohl auch so bleiben.

Hat der Kanton eine Tourismusstratie? Die Frage wirft Stefan Müller (CVP, Herbetswil) in seiner Interpellation auf als Projektleiter Naturpark Thal nicht ohne Eigeninteresse. Er begründet seinen Vorstoss damit, dass aus dem Kanton Solothurn im Geggesatz zu den Nachbarkantonen nichts über die Entwicklung der Wertschöpfung aus dem Tourismus der letzten Jahre bekannt sei. Müller erinnert auch daran, dass Solothurn nebst Zug 2007 auf ein Umsetzungsprogramm zur Neuen Regionalpolitik des Bundes (NRP) verzichtet und sich damit ein Instrument zur Tourismusförderung gleich selber verschlossen hat. Zur Erinnerung: Der Kanton hätte jährlich eine halbe Million Franken Bundesgelder abholen können, dafür aber mit ebensoviel selbst pro Jahr den Tourismus fördern müssen. Mit der nächsten Umsetzungsperiode 2012 bis 1015 hat Solothurn ein zweites Billett. Mit einem hängigen überparteilichen Auftrag vom Juni soll die Regierung beauftragt werden, diesmal ein Umsetzungskonzept einzureichen.

Gemäss der Antwort der Regierung geht die aktuelle Tourismuspolitik des Kantons auf ein Papier von 1990 zurück. Und: «Der Kanton hat die Tourismusförderung weitgehend an den vom ihm mitbegründeten Verband Kanton Solothurn Tourismus delegiert.» Dazu bestehe eine Leistungsvereinbarung zwischen der Wirtschaftsförderung und dem Verband. Diesen unterstütze der Kanton seit seiner Gründung mit jährlich 200 000 Franken (bei einem Gesamtbudget von rund 230'000 Franken).

Warten auf Wertschöpfungsstudie

Und was bringt die Zukunft? Zurzeit ist Solothurn Tourismus bestrebt, den Auftrag zu einer Wertschöpfungs- und Situationsanalyse zu vergeben. Die, so die Rgeierung, «mit einem ansehlichen Betrag» mitfinanzierte Studie wird «die Grundlage zur Schaffung einer neuen Tourismusstrategie des Kantons legen». Aufgrund der zentralen Verkehrslage des Kantons «dürfte das grösste Wertschöpfungspotential vor allem im Geschäfts- und Konferenztourismus liegen», so der Regierungsrat. Hingegen dürfte es der Kanton schwierig haben, sich als Feriendestination zu etablieren. Mit 373 057 Übernachtungen habe er 2008 gerade mal einen Anteil von einem Prozent am gesamtschweizerischen Volumen, auch wenn der Zuwachs an Logiernächten seit 2002 37,6 Prozent betrage.

Die Herausforderung für die Tourismusverantwortlichen dürfte nach Meinung des Regierunsgrates die Vernetzung der Angebote (Sehenswürdigkeiten, Kultur, Naherholungsgebiete,...) sein. Dafür setze man sich bei Solothurn Tourismus auch ein. «Die Vermarktung muss dabei vermehrt über Gesamtpakete erfolgen.» Gleichzeitig hält der Regierungsrat fest: Aufgrund der zu erstellenden Wertschöpfungsstudie könne die Leistungsvereinbarung mit dem Verband inhaltlich angepasst werden. Aber: «Eine stärkere finanzielle Unterstützung durch den Kanton ist dabei nicht vorgesehen. Zu begrüssen wäre hingegen, wenn die touristischen Leistungserbringer ihren Verband stärker stützen könnten.» (mz)

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