Eine Anlaufstelle für Familien

Eine Anlaufstelle für Familien

Engagiert: «Wir vertreten Anliegen von Familien in der Öffentlichkeit», sagt Beatrice Laube. Deborah Balmer

Beatrice Laube

Engagiert: «Wir vertreten Anliegen von Familien in der Öffentlichkeit», sagt Beatrice Laube. Deborah Balmer

Die Primarlehrerin und studierte Sozialpädagogin Beatrice Laube leitet seit kurzem die Fachstelle Kind und Familie an der Poststrasse 17 in Aarau. Die neu geschaffene Fachstelle läuft die nächsten drei Jahre als Pilotprojekt

Deborah Balmer

Die Primarlehrerin und studierte Sozialpädagogin Beatrice Laube leitet seit kurzem die Fachstelle Kind und Familie an der Poststrasse 17 in Aarau. Sie möchte verschiedene Angebote, die es in Aarau für Kinder und Familien gibt, vernetzen.

Beatrice Laube, ist Aarau eine familienfreundliche Stadt?
Beatrice Laube: Ja, das finde ich schon. Denn das Angebot für Kinder und Familien ist gross: Pfadi, Aikido, Theater Tuchlaube und Babysitterkurse. Auch für die Leseförderung wird viel getan - neben weiteren Bildungsangeboten für Kinder. Zudem gibt es in Aarau Erziehungsberatungsstellen, Spielgruppen und auch schulergänzende Betreuungsangebote.

Wo gäbe es Verbesserungsmöglichkeiten?
Laube: Im Bereich Kinder und Familien wird sehr viel ehrenamtliche Arbeit geleistet. Dieses Engagement könnte die Stadt verstärkt unterstützen. Eher bildungsferne und fremdsprachige Eltern sollten zudem besser über Angebote in der Stadt informiert werden - zum Beispiel mit fremdsprachigen Flyern. Und für wirtschaftlich schwach gestellte Familien sollte der Zugang zu den Betreuungs- und Beratungsangeboten besser gewährleistet sein.

Sie fördern kinder- und familienfreundliche Lebensbedingungen - wie?
Laube: Durch die Vernetzung mit Fachstellen und Ehrenamtlichen erfahre ich, wo es Handlungsbedarf gibt. Bei Bedürfnissen von Kindern und Familien, die institutionsübergreifend angegangen werden sollten, initiiere und koordiniere ich die Zusammenarbeit. Weiter unterstütze ich verschiedene Interessensgruppen bei ihrem Engagement für Kinder und Familien. Durch gemeinsame Aktionen, wie mit der Arbeitsgruppe «Tag des Kindes», wird die Öffentlichkeit für die Rechte der Kinder sensibilisiert.

Und sonst?
Laube: Die Elternrunden der Region Aarau unterstütze ich mit Fachwissen, der Übernahme von organisatorischen Aufgaben und einem finanziellen Beitrag bei der Planung und Durchführung eines Elternbildungstages. Schliesslich möchte ich auch die verwaltungsinternen Abteilungen für die Anliegen von Kindern und Familien sensibilisieren.

Mit welchen Stellen in Aarau haben Sie bereits zusammengearbeitet?
Laube: Mit der Stadtbibliothek, der Caritas. Daneben mit der Schulsozialarbeit und dem Gemeinschaftszentrum Telli, mit Kindertagesstätten, dem Theater Tuchlaube, dem Elternverein und diversen Beratungsstellen.

Ist die neu geschaffene Fachstelle Kind und Familie ein Bedürfnis?
Laube: Ganz klar ja. Auf der Suche nach Synergien stosse ich bei den verschiedenen Stellen der Stadt auf offene Türen.

Welches Projekt läuft zurzeit?
Laube: Ein grosses Anliegen ist mir die frühe Förderung von Kindern: Muki-Deutsch, Spielgruppen und Bildungskrippe - in Aarau gibt es viele gute Angebote. Sie sind aber kaum koordiniert und in eine institutionsübergreifende Strategie der frühen Förderung eingebunden. Diese wäre aber für eine nachhaltige Wirkung sehr wichtig. Deshalb läuft bei uns ein Projekt in diese Richtung. Dabei meine ich mit früher Föderung nicht etwa Frühchinesisch, sondern eine ganzheitlichen Entwicklung durch ein anregendes Umfeld.

Was ist denn Ihr Ziel?
Laube: Die Bedingungen, wie Kinder aufwachsen, mitzugestalten ist mein Ziel. Und zwar so, dass Integration, Teilhabe und Chancengleichheit gefördert werden.

Weitere Infos: www.kindundfamilie-aarau.ch

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