Reuss

Eine andere Welt

Warum in die Ferne schweifen . . .? Das haben sich auch die AZ-Redaktoren gefragt und das Freiamt per Gummiboot erkundet.

Andrea Weibel / Roman Schenkel

Die Strecke von Werd bei Rottenschwil bis nach Sins dauert lediglich eine knappe Viertelstunde - per Auto versteht sich. Dort, nahe der alten Holzbrücke, laden grosse Steine zum Sonnenbaden und Picknicken ein. Ausserdem ist es eine hervorragende Stelle, um das Gummiboot zu wassern und die gemütliche Fahrt durchs Freiamt zu beginnen.

Vorsicht: Sonnenstich

Bevor das Boot bestiegen wird, sollte man sich unbedingt mit Sonnencreme einreiben. Zudem wäre eine Kopfbedeckung von Vorteil, die wohl auch uns, die Boots-crew der AZ Freiamt, vor Sonnenstich und abendlichen Kopfschmerzen bewahrt hätte.

Die Reuss ist erfrischend kühl, und die Strömung zieht kräftig. Ein leises, aber beständiges Brausen und Knistern lässt aber bald unseren Atem stocken. Leckt unser Boot schon nach wenigen Minuten? Nein, glücklicherweise merken wir, dass es die Strömung ist, die Kiesel am Grund der Reuss dreht und rollt. Wo das Wasser weniger tief ist, können wir den glitzernden Steinen beim Tanzen zusehen.

Winken und zurückwinken

Nach dem ersten Schrecken beginnen wir unsere Fahrt zu geniessen. Entlang der Reuss sehen wir unzählige Spaziergänger, Bauern auf ihren Traktoren und Leute, die ihren freien Nachmittag geniessen. Auch eine Truppe Soldaten ist unterwegs und beneidet uns sichtlich. Auffällig oft sind Jugendliche mit Wasserpfeifen zu sehen. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie winken - ob zaghaft oder überschwänglich -, wenn ein Boot an ihnen vorüberfährt.

Abgesehen davon - und von einzelnen Schwimmern und Bootsfahrern - sind wir im Gummiboot ganz für uns und geniessen die Ruhe. Ein Rauschen, auf das im Film mit Sicherheit ein tosender Wasserfall folgen würde, weist uns auf das kleine Wehr oberhalb Ottenbachs hin, vor dem wir in der Redaktion bereits gewarnt wurden. Als wir es mit eigenen Augen sehen, belächeln wir diese Warnung ein wenig, da das Wehr geradezu nichtig klein ist. Dennoch halten wir uns brav links und bestaunen die waghalsigen Sprünge einiger Jugendlicher, die sich Salto schlagend von einem Geländer in die Reuss stürzen.

Inmitten der riesigen alten Bäume fühlen wir uns alles andere als im «guten alten Freiamt». Es käme uns kaum komisch vor, würde ein kanadischer Grizzly oder ein Elch am Ufer erscheinen. Doch die einzigen wilden Tiere an der Reuss sind Enten, Reiher und aus dem Wasser springende Fische, die uns immer wieder zum Lachen bringen.

Sprung von der Brücke

Viel zu bald - nach nur zwei Stunden - erreichen wir den Strand von Werd. Ein Highlight liegt noch vor uns: der Sprung von der Reussbrücke. Etwas Mut braucht es schon, aber zu einer so schönen Fahrt gehört ein wenig Action zum Schluss. Im Wasser lassen wir uns treiben und klettern weiter unten auf den Sandstrand. Der Fussmarsch über die spitzen Steine zurück zum Auto hilft, aus den Tagträumen wieder zurück in die Realität zu finden.

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