Waldfest

Eine alte Tradition lebt wieder auf

Als das Waldfest Utzenstorf letztes Wochenende verschoben werden musste, wurde den Organisatoren bewusst, wie aufwändig eine Absage ist – trotz Mail und SMS. Nun erfuhren sie, wie man früher kommunizierte. Mit einer Fahne auf der Mühle Landshut. Kommendes Wochenende wirds so gemacht.

Andrea Flückiger

Seit bald hundert Jahren wird in Utzenstorf jeden Sommer das dreitägige Waldfest gefeiert - und jeder weiss: es gibt zwei mögliche Wochenenden, an denen es stattfinden kann. Grundsätzlich findet das Fest am letzten Wochenende im Juni statt. Wenn es regnet, wird der entsprechende Tag am darauf folgenden Wochenende nachgeholt.

Obwohl man stets hört, am ersten Wochenende des Waldfestes regne es regelmässig, ist das von der Musikgesellschaft «Frohsinn» Utzenstorf und der SP Utzenstorf organisierte Fest in den letzten zehn Jahren noch nie verschoben worden.

Kurze, heftige Regenschauer

Dieses Jahr allerdings hatten die Organisatoren weniger Glück. Obwohl das Wetter insgesamt gut war, wurden für den Abend stets kurze, aber heftige Regenschauer vorausgesagt. Wie Beda Grütter, OK-Präsident des Waldfestes, erklärt, sei die kurzfristige Absage des Festes mit relativ grossem Aufwand verbunden gewesen: «Wir haben zwar via Plakate und Homepage, Mail, SMS und Mund-zu-Mund-Propaganda alles rechtzeitig kommunizieren können, trotzdem war das Ganze ziemlich zeitaufwändig.»

Wie man es früher machte

Beda Grütter erzählt, er habe am Sonntag an einem der Festtische von der Riesenübung erzählt. Prompt habe ihm ein alter, ihm unbekannter Mann erzählt, wie früher auf ganz unkomplizierte Weise bekannt gegeben worden sei, ob das Waldfest stattfinde oder nicht: «Wenn an einem Waldfesttag die Fahne auf der Mühle Landshut wehte, so bedeutete dies, das Fest findet statt. Ansonsten wurde keine Flagge gehisst.» Die Einfachheit der Kommunikation habe ihn beeindruckt, so Beda Grütter.

Grütter: «Letzten Montag bin ich in die Mühle Landshut gegangen, habe Regula Beck, die Mitglied der Geschäftsleitung ist, von der ‹Waldfestfahne› erzählt und gefragt, ob es nicht möglich wäre, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen.» Regula Beck habe sich sofort von der Idee überzeugen lassen. Sie habe gleich angekündigt, sie werde persönlich die Fahne hissen. Der OK-Präsident: «Nun können die Utzenstorfer am Freitag und Samstag nur auf die weithin sichtbare Mühle schauen. Wenn zuoberst auf der Mühle die Fahne weht, sind alle herzlich zum Waldfest eingeladen.»

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