Musikschule

Eine Ära endet – die Ziele bleiben

Das abtretende Leiterteam der Musikschule Engstringen, Daniel Neukom (r.) und Berthe Erismann, wünscht seinem Nachfolger, Victor Wanderley, alles Gute für sein neues Amt. Foto: Sandro Zimmerli

Das abtretende Leiterteam der Musikschule Engstringen, Daniel Neukom (r.) und Berthe Erismann, wünscht seinem Nachfolger, Victor Wanderley, alles Gute für sein neues Amt. Foto: Sandro Zimmerli

Oberengstringen Die Musikschule Engstringen hat einen neuen Schulleiter mit klaren Vorstellungen

Aus zwei mach eins – in der Musikschule Engstringen (MSE) endet eine Ära. Neu wird die Schule nicht mehr von zwei, sondern nur noch von einer Person geleitet. Für den Posten ausgewählt wurde Victor Wanderley, der bereits zwischen 1992 und 1999 an der MSE als Saxofonlehrer tätig war und inzwischen an der Jugendmusikschule der Stadt Zürich unterricht. Wanderley übernimmt seinen Posten von Berthe Erismann und Daniel Neukom, die der MSE während 30Jahren ihren Stempel aufdrückten: Erismann als administrative Leiterin, Neukom als Flötenlehrer und in den letzten 18Jahren als musikpädagogischer Leiter. In der MSE lernen Schülerinnen und Schüler aus Oberengstringen, Unterengstringen und Weiningen zu musizieren.

Dienstleistung ausbauen

«Ich freue mich auf meine Aufgabe und werde versuchen den eingeschlagenen Weg meiner Vorgänger weiterzuführen», nennt Wanderley eines seiner wichtigsten Ziele. So wolle er im administrativen Bereich den Standard halten. Zudem sei es ihm wichtig, die Dienstleistung nach innen weiter auszubauen. «Als Schulleiter will ich für die Lehrer da sein und mir Zeit nehmen für Mitarbeitergespräche. Diese sollen dazu dienen die jetzt schon hohe Qualität des Unterrichts zu sichern und mit den Lehrern Zielvereinbarungen zu formulieren. So wie man es auch aus der Volksschule kennt», erklärt Wanderley, der im Sommer 2009 die neue Musikschulleiterausbildung an der Hochschule der Künste in Bern abgeschlossen hat. Weiter sei ihm wichtig, dass die Arbeit der Lehrer in der Öffentlichkeit noch stärker wahrgenommen werde. Oder anders gesagt: «Ich will die Musikschule ins nächste Jahrzehnt führen. Dabei kann ich davon profitieren, dass meine Vorgänger das Team auf diesen Schritt vorbereitet haben.»

Rund 300 Schüler

In der Tat hat die MSE unter der Leitung von Erismann und Neukom eine starke Veränderung durchgemacht. «Als wir begannen, waren 16Lehrer bei uns angestellt. Mittlerweile sind es 29», erinnert sich Erismann. Auch die Schülerzahl habe man steigern können. Sie liege derzeit bei rund 300. Zudem verfüge die MSE über ein Streicher- und ein Blockflötenensemble sowie einen Kinder- und einen Erwachsenenchor. Auch Bandprojekte hätten im Laufe der Jahre immer wieder realisiert werden können.

«Heute ist die MSE in den Schulgemeinden gut verankert», sagt Neukom. In anderen Bereichen sei man dagegen an Grenzen gestossen, was mitunter auch ein Grund für seinen Rücktritt sei. «Ich war in einem 10-Prozent-Pensum als Schulleiter angestellt.

Daneben arbeite ich in einem 80-Prozent-Pensum als Musikschulleiter in Steinhausen. Das hatte den Vorteil, dass ich mein Know-how in Engstringen einbringen konnte», so Neukom. Allerdings habe das kleine Pensum auch seine Nachteile. Beispielsweise im Bereich der Qualitätssicherung.« Die geleitete Musikschule funktioniert wie eine geleitete Volksschule. Um die Qualität sicherzustellen, braucht es Mitarbeitergespräche, Zielvereinbarungen und Controlling. Das ist zeitaufwändig und mit einem 10-Prozent-Pensum nicht zu realisieren», so Neukom. Deshalb habe er sich entschieden, die Schulleitung der MSE abzugeben.

Musikschule bleibt ein Verein

Erismanns und Neukoms Rücktritt haben im Vorstand der MSE zu grundsätzlichen Überlegungen und Entscheidungen geführt. «Nach intensiven Gesprächen haben wir beschlossen die Musikschule weiter als Verein zu führen», erklärt MSE-Präsident Werner Leuzinger. Zudem sei die Frage im Raum gestanden, ob man erneut zwei Personen mit der Leitung der Schule beauftragen solle oder ob man diese Verantwortung einer Person übertrage.

«Da angehende Musikschulleiter in ihrer Ausbildung sowohl im administrativen als auch im musikpädagogischen Bereich geschult werden, haben wir uns für eine Person entschieden», hält Leuzinger fest. Um den von Daniel Neukom angesprochenen zeitlichen Engpässen zu begegnen, habe man sich dafür entschieden, das Pensum des neuen Schulleiters auf 40Prozent zu erhöhen. «Und ganz wichtig war uns», so Leuzinger, «dass der Qualitätsentwicklung und der Qualitätssicherung noch mehr Rechnung getragen wird.»

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