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Einblicke in Klima-Geheimnisse

Einblicke in Klima-Geheimnisse

Einblicke in Klima-Geheimnisse

Die in Dresden sehr erfolgreiche Ausstellung «2 Grad» über die Macht des Wetters ist für sechs Monate im Dreispitz zwischen Basel und Münchenstein zu sehen.

Birgit Günter

Das Wetter ist nicht nur ein dankbares Thema an Bushaltestellen. Wetter ist mehr. Es beeinflusst unser tägliches Leben, gar unser Schicksal. Was das Wetter anrichten kann, zeigt die aktuelle Flutkatastrophe in Pakistan oder die Jahrhunderthitze in Russland.

Die Ausstellung «2 Grad – Das Wetter, der Mensch und sein Klima» nimmt nun diese Dreiecksbeziehung unter die Lupe. Mit insgesamt 365 Exponaten zeigt sie, wie Wetter und Klima funktionieren – und wie beides die Menschheit betrifft. «Der Klimawandel wird in Zukunft immer stärker in unser Leben eingreifen», befürchtet Klaus Vogel, der Direktor des Hygiene-Museums in Dresden, das die Ausstellung konzipiert hat.

Ein besonderes Anliegen ist den Ausstellungsmachern denn auch die Klimaerwärmung. «Das Klimasystem ist labil, es kann jederzeit kippen», betont Christian Körner, Vorsteher des Botanischen Institutes der Uni Basel. Der Golfstrom, der Europa mit Wärme versorgt, hat in der Erdgeschichte schon ein paar Mal seinen Dienst eingestellt – «und zwar immer dann, wenn es eher warm war. So wie jetzt», sagt Körner.

Gefährliche Klima-Änderungen

Weltuntergangs-Szenarien oder Schuldzuweisungen gehörten aber bewusst nicht zur Ausstellung, erklärt Albert Kesseli, der Präsident des Trägervereins «2 Grad». «Ziel ist vielmehr, eine nationale Plattform für Diskussionen zu bieten. Die Ausstellung soll zum Nachdenken anregen.» Der Name verweist auf die Problematik der Klimaerwärmung: Laut Forschern sind 2 Grad die Schmerzgrenze. Erwärmt sich die Erde stärker, könnte dies unvorhersehbare klimatische Prozesse auslösen.

Gegliedert ist die Ausstellung in die vier Bereiche «Die Macht der Atmosphäre», «Beobachten und Berechnen», «Abwehr und Anpassung», «Mensch als Wettermacher». Sie folgt so quasi dem Weg des Menschen: Zuerst ist er den Elementen ausgeliefert, dann beginnt er, sie zu erforschen und sich mit Blitzableitern zu schützen. Im vierten Bereich greift er selber ins Klima ein – etwa mit Hagelraketen, die in die Wolken abgeschossen werden. Sogar klimatologische Kriegsführung gibt es.

Die Objekte sind bunt gemischt. Die Palette geht vom Blitzbaum, der die Macht des Himmels zeigt, über den kulturhistorisch interessanten afrikanischen Wettergott bis zum Gummientchen, das bei einem Frachtschiff über Bord gegangen war und anhand dessen die Meeresströmungen verfolgt werden können. Ein exklusiver Gast ist der Zürcher Böögg, der jeweils den Sommer prophezeit und der erstmals in der Region Basel zu sehen ist.

Die Regierungspräsidenten der beiden Basel, Jörg Krähenbühl (BL) und Guy Morin (BS) betonten beide, wie wichtig es ist, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen und beispielsweise den CO2-Ausstoss einzudämmen. «Unsere Generation wird später daran gemessen werden, was wir gegen den Klimawandel getan haben», so Morin.

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