«Ein Tauglichkeits-Test mit Mängeln»

«Ein Tauglichkeits-Test mit Mängeln»

«Ein Tauglichkeits-Test mit Mängeln»

In Niederwil und Fischbach-Göslikon läuft als Test ein Beurteilungsverfahren der zwei Methoden Freileitung und Erdverkabelung. Der Verein «Verträgliche Starkstromleitung Reusstal» hält den Test für fragwürdig.

Lukas Schumacher

Der Verein «Verträgliche Starkstromleitung Reusstal» hat ein wichtiges Teilziel erreicht. Auf Initiative des Vereins fand die geplante Stromleitungs-Ausbaustrecke Niederwil–Fischbach-Göslikon Aufnahme in eine Testserie des Insfrastruktur- und Umweltdepartements Uvek. Nebst der drei Kilometer langen Leitung im Reusstal werden dabei auch je eine Starkstromleitungsstrecke im Wallis und im Tessin einem Praxistauglichkeits-Test unterzogen. Davon erhofft man sich eine Klärung der Frage, wo welche Variante – Erdverkabelung oder Freileitung? – die sinnvollere ist.

Hans Kneubühler aus Fischbach-Göslikon, der Vizepräsident des Reusstaler Vereins, zeigt sich enttäuscht: «Zum einen bezog die kantonale Fachstelle Energie unseren Verein aus unverständlichen Gründen nicht ins Beurteilungsverfahren ein.» Das sei unverständlich, denn der Verein mit den 200 Mitgliedern vertrete die Bewohner der Gemeinden Niederwil und Fischbach.

«Zum Zweiten weist der Reusstaler Praxistest diverse Unzulänglichkeiten und Mängel auf.» Laut Kneubühler, dessen Verein sich die Test- und Planunterlagen auf Umwegen beschaffte, beraumte das Bundesamt für Energie «viel zu kurze Fristen» an. Innert der angesetzten drei Wochen sei es schlicht nicht möglich, die Varianten seriös zu beurteilen.

«Falsch gelaufen»

Ausserdem habe die von den NOK vorgelegte Linienführung der Erdverkabelung mehrere Schwachstellen. So führe der Kabelkanal zu nahe an den besiedelten Dorfrändern vorbei, was die bauliche Entwicklung der zwei Dörfer hemme. Und die Abspannanlage sei gut sichtbar in der freien Landschaft platziert statt im bewaldeten Teil, wo sie hingehöre. Kneubühlers Fazit: «Falsch gelaufen». Im Gegensatz zum Verein konnten die NOK, die Stiftung Landschaftsschutz sowie einige Stellen/Gremien von Bund und Kanton Stellung zum Praxistest nehmen.

«Wiederholung nötig»

Der Verein «Verträgliche Starkstromleitung Reusstal» wehrt sich gegen den Praxistauglichkeits-Test. Er
will das Bundesamt für Energie in einem Schreiben auffordern, das Beurteilungsverfahren zu stoppen und in absehbarer Zeit, nach einer seriösen Vorbereitung, zu wiederholen.

«Möglicherweise wird dazu auch ein Vorstoss über den Freiburger Nationalrat Jean-François Seifert lanciert, den neuen Präsidenten des nationalen Vereins HSUB (Hochspannung unter den Boden).»

Nationalrat Seifert wird am Dienstag, dem 11. März, in Fischbach-Göslikon weilen. Er wird dann anlässlich der ersten Generalversammlung des Vereins «Verträgliche Starkstromleitung Reusstal» ein Referat halten.

Meistgesehen

Artboard 1