Ein Stück Irland gastierte in Staufen

Die Celtic-Folk-Band Bogroad spielte im Zopfhuus

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Ein Stück Irland gastierte in Staufen

Ein Stück Irland gastierte in Staufen

Thomas Bucher

Die Kulturkommission Staufen verwandelt ihre jährliche «Music Night» jeweils mit mehreren Bands in einen gemütlichen Celtic-Folk-Abend mit der vierköpfigen Bogroad. Nur fehlte das vierte Bandmitglied: Es war zum Opfer des isländischen Vulkans geworden.

Die irische Kultur scheint hierzulande viele Freunde zu haben. Das bewies die Tatsache, dass zum Konzert von «Bogroad» am Samstag das Zopfhuus so ziemlich ausverkauft war. Auch das extra dafür angeschaffte Guinness-Bier ging in der Pause bereits zur Neige. Die letzten durstigen Gäste mussten mit Müller-Bräu oder Feldschlösschen vorlieb nehmen. Bogroad», das ist emotionsgeladener «Irish Folk» aus der Schweiz mit Sam Stauffer, seiner Frau Silvia und Andreas Bollinger.

Geschichten aus Irland

Sam Stauffer entpuppte sich im Laufe des Konzerts als gewiefter Geschichtenerzähler. Er liess die Zuschauer an der wechselhaften Geschichte des zuerst keltischen, später christianisierten Irland teilhaben. Er führte weiter in die Vielfalt der keltisch-irischen sowie der keltisch-schottischen Musikwelt ein. Das Repertoire der Band reichte von der irischen Volksweise übers schottische Tanzlied bis hin zum fröhlichen Arbeitslied. Bei Letzterem war Sam Stauffer nicht sicher: «Es könnte sich ursprünglich auch um ein Trinklied gehandelt haben», mutmasste er.

Grünes Irland

Den musikalischen Teil untermalten die Musiker mit Diabildern aus dem grünen Irland. Einsame «Cottages» (Hütten), zerklüftete Hänge, weite Täler wechselten sich mit rauen Küsten, moosbewachsenen Bäumen und typischen Dörfern ab.

Sam Stauffer hatte Irland schon neunmal besucht. Land und Leute kenne er inzwischen etwas tiefgründiger als der Durchschnittstourist, der nur die wichtigen touristischen Attraktionen abklappern wolle.

Derweil ist Bandmitglied Philippe Gerber noch in Irland gestrandet. Der Vulkan Eyjafjallajökull und die daraus resultierende Flugraumsperre hatten eine rechtzeitige Rückreise verhindert und so dessen Urlaub zwangsweise verlängert.

Zopfhuus statt Mehrzweckhalle

Das Zopfhuus in Staufen war zum Bersten voll. Ilja Osterwalder und seine fünf Kollegen von der Kulturkommission hatten das Celtic-Folk-Konzert organisiert und waren vom grossen Ansturm überrascht: «Wir sind positiv überrascht. Es sind über 90 Leute gekommen», freute sich Osterwalder. Sonst fand Ende April jeweils die «Music Night» in der um einiges grösseren Mehrzweckhalle statt. «Dieses Jahr kam es zu etlichen Wechseln in der Kommission, weshalb wir die ‹Music Night› nicht durchgeführt haben», so Osterwalder. Dafür habe man sich für ein Konzert im kleineren Rahmen entschieden, denn «etwas Musikalisches bieten wollten wir schon».

Der nächste Anlass der Kulturkommission ist am 14. Juni vorgesehen. Dann werden die Staufner Jubilarinnen und Jubilaren zu einem Ständchen mit den Staufberg-Musikanten geladen.

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