Basel
Ein schwarzer Tag für alle Abergläubigen

Das laufende Jahr ist ein Albtraum für alle, die Angst haben vor Freitag, dem 13. Heuer gibt es diese Konstellation ungewöhnlich oft.

Drucken
Teilen
Schwarze Katze

Schwarze Katze

bz Basellandschaftliche Zeitung

Aller guten Dinge sind drei. Nicht so in diesem Jahr. Denn: Es ist bereits der dritte Freitag, der 13., des Jahres. Menschen, die an «Paraskavedekatriaphobie» leiden - also Angst vor diesem Tag - gehen lieber nicht aus dem Haus.

Woher der schlechte Ruf dieses Tages kommt, ist rätselhaft. Möglicherweise ist die Furcht christlichen Ursprungs: Sowohl der Freitag (als Todestag von Jesus) sowie die Zahl 13 (weil der mutmassliche Verräter Judas als dreizehnter Gast zum Abendmahl erschien) galten als unglücksbringend.

So richtig Fahrt auf nahm diese Kombination aber erst im 20. Jahrhundert. Nach einem Kursrutsch an einem Freitag, dem 13. an der Börse Ende des 19. Jahrhunderts erschien der Börsenroman «Freitag der 13.». Und in einem gleichnamigen Film starben alle Familienmitglieder jeweils an diesem Datum. Auch die Fast-Katastrophe der Apollo-13-Mission nährte die Ängste, dass mit der Zahl 13 nicht zu spassen war: Das Raumschiff war nämlich um 13.13 Uhr gestartet und kurz darauf -am 13. April - in Nöte geraten.

Immerhin: Bei jenem 13. hatte es sich nicht um einen Freitag gehandelt. Auch beim sogenannten «Schwarzen Freitag» in den 1920er Jahren, an dem in den USA die Börse einbrach, hatte es sich eigentlich gar nicht um einen Freitag gehandelt, sondern um einen Donnerstag. Nur wegen der Zeitverschiebung gilt er in Europa als «Freitag, der 13.»

Zu Unrecht gefürchtet

Wer also etwas genauer hinschaut, stellt fest: Diesem Datum wird auch viel Unrecht getan. Erhebungen haben zudem gezeigt, dass statistisch gesehen an einem solchen Tag nicht mehr Unfälle passieren als an einem anderen. «Auch astrologisch ist der Tag überhaupt nicht relevant», sagt der bz-Astrologe Kurt Gschwind aus Lupsingen.

Ebenfalls gelassen bleibt Mike Shiva, der Hellseher, der in Basel aufgewachsen ist. «Wenn ich nicht jeweils darauf angesprochen würde, würde ich den Tag kaum beachten», sagt er. Denn er sei überhaupt nicht abergläubisch. Schwarzen Katzen begegnen, mit dem linken Fuss aufstehen - alles ohne Bedeutung. Ebenso wenig glaubt er an den für das Jahr 2012 vorausgesagten Weltuntergang.

Und wenn schon, so fährt Shiva fort, dann sei dieser Freitag eher ein Glückstag. Weil: «Es kommt immer auf einen selbst an. Der Gedanke ist der Ursprung des Seins.» Will heissen: Wer glaubt, dieser Tag bringe Unglück, könnte damit dann sogar Recht haben. Solchen Pessimisten rät Shiva dann auch, vielleicht doch besser zuhause zu bleiben. Interessant sei, dass das Interesse an diesem Tag am Abflauen sei. «Früher haben mich die Leute oft um Rat gebeten in Bezug auf Freitag, den 13.», sagt Shiva. «Heute ist das nicht mehr der Fall.»

Das Spezielle am laufenden Jahr ist, dass es diese Konstellation gleich drei Mal gibt. Das ist das Maximum; ein Jahr hat nie mehr als drei solche Freitage (aber immer mindestens einen) . Nächstes Jahr gibt es nur einen (im August).

In wird Basel von Katastrophen getroffen - fiktiv und im Radio. Radio X sendet zwischen 11 und 17 Uhr entsprechende Beiträge von der MS Lällekönig an der Schifflände. Mit dabei sind neben Mike Shiva auch der Basler Regierungsrat Christoph Brutschin, die Pfarrerin Florence Develey und andere.

Aktuelle Nachrichten