Veltheim
Ein Schloss vor einer ungewissen Zukunft

Über die Gautschi-Tron-Stiftung Schloss Wildenstein in Veltheim ist ein Konkursverfahren eröffnet worden.

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Schloss Wildenstein

Schloss Wildenstein

Aargauer Zeitung

Louis Probst

Diesmal ist es kein übler Scherz, wie seinerzeit, als ein Jugendlicher aus Kalifornien das Schloss Wildenstein auf einer Internet-Auktionsplattform weltweit zum Kauf angeboten hatte.

Dafür bürgt schon das «Amtsblatt» des Kantons Aargau. Das meldet die Eröffnung des Konkursverfahrens über die Gautschi-Tron-Stiftung Schloss Wildenstein - die Eigentümerin der historisch bedeutenden Liegenschaft in Veltheim. Damit dürfte nicht auszuschliessen sein, dass die imposante Anlage, die im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt worden ist, in absehbarer Zeit unter den Hammer kommen könnte.

Eröffnet worden ist das Konkursverfahren auf Begehren der Aufsichtsbehörden über die Stiftung. Als Aufsichtsbehörde gibt der aktuelle Auszug aus dem Handelsregister zwar die Gemeinde Veltheim an. Dort winkt man jedoch ab. «Die Gemeinde Veltheim ist in keines der Verfahren um die Stiftung involviert», erklärte Gemeindeschreiber Martin Haller auf Anfrage. «Die Aufsicht liegt beim Kanton.»

Beim Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungsaufsicht des Kantons hält man sich bedeckt. Immerhin wird auf ein hängiges Verfahren verwiesen. Es wird aber auch daran erinnert, dass der Konkurs noch nicht rechtskräftig sei.

Das Konkursamt Brugg wird jetzt abklären, ob die Stiftung - über das Schloss Wildenstein hinaus - über allfällige Aktiven verfügt, die in eine Konkursmasse fallen könnten. Auf der Gegenseite bestehen offenbar Forderungen gegenüber der Stiftung, die aus Arbeiten am Schloss entstanden sind. Verfahren um diese Forderungen sind zwar hängig, jedoch blockiert.

Ebenso blockiert ist - spätestens mit der Konkurseröffnung - auch eine Veräusserung des Schlosses. Im vergangenen Herbst war die Liegenschaft über einen Makler angeboten worden - zu einem «hohen siebenstelligen Betrag», wie gegenüber der AZ erklärt worden war.

Nicht vereinfacht wird die Situation dadurch, dass die Stiftung selber inzwischen sozusagen nicht mehr greifbar ist. Die einzigen noch verbliebenen Stiftungsräte - Max Gautschi-Tron und seine Gattin - leben in den USA.

Der bisherige Präsident des Stiftungsrates, Michel Paul Gautschi, ein Sohn von Max Gautschi, hatte im vergangenen November das Amt niedergelegt. Grund dafür war der Streit mit dem Kanton um die Frage, ob es sich bei der Stiftung um eine Familienstiftung handelt und ob sie daher zu Recht der Aufsicht durch den Kanton untersteht.