rüti
Ein richtiges Schnäppchen

Noch ist nicht entschieden, an wen und wie die Bauparzelle am Hubacherweg in Rüti verkauft werden soll. Sicher ist aber, dass es für die Gemeinde zu einem lukrativen Geschäft kommen wird.

Drucken
Büren

Büren

Solothurner Zeitung

Jürg Amsler

«Es hat verschiedene Interessenten für die knapp 600 Quadratmeter grosse Bauparzelle. Der Gemeinderat hat an seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause entschieden, das Bauland nach der Ferienzeit nochmals öffentlich auszuschreiben, nicht nur dorfintern.» Andreas Philipp, Gemeindepräsident in Rüti, rechnet, dass bis Ende August Klarheit geschaffen sei, an wen und wie die Parzelle am Hubacherweg in Rüti verkauft werden soll: «Wir werden die beste und lukrativste Lösung für die Gemeinde anstreben. Nach wie vor sollte eine junge Familie mit Kindern von unserem Angebot profitieren können.»

Philipp lässt sich weiter entlocken, dass eine Abgabe im Baurecht nicht mehr an oberster Stelle stehe. «Wenn sich ein Interessent aus dem Dorf meldet und die Voraussetzungen für beide Seiten stimmen, wieso nicht? Doch auch Bargeld ist bei der gegenwärtigen Finanzlage der Gemeinde nicht zu verachten.» Der Gemeindepräsident und seine Ratskolleginnen und -kollege sind sich bewusst: «Mit einem Verkauf erzielen wir eine einmalige Einnahme.» Der Gemeinderat habe sich beraten lassen und erfahren, dass die Abgabe im Baurecht ein sehr aufwändiges Verfahren nach sich ziehe. «Ein solcher Schritt ist deshalb gut zu überlegen.»

«Uns trifft keine Schuld»

Nicht lange überlegt, sondern gehandelt, hat der Gemeinderat von Rüti, als die bertreibungsamtliche Grundstücksteigerung im «Anzeiger Amt Büren» publiziert war. «Wir können nichts dafür, dass das Grundstück, Grundbuchblatt Nr. 335, Bürebüüne, so ausgeschrieben worden ist. Dafür ist das Betreibungs- und Kon-kursamt Berner Jura-Seeland verantwortlich.» Philipp wehrt sich gegen den Vorwurf aus der Bevölkerung, es sei unklar gewesen, um welche Parzelle es sich gehandelt habe.
Die Gemeindebehörden nutzten ihren Wissensvorsprung. Mit einem Köfferchen voll Bargeld machte sich eine Gemeinderatsdelegation am Tag der Steigerung auf den Weg ins Gantlokal im Schloss Büren.

Zu Gunsten der Gemeinde verzichtet

In der Publikation stand geschrieben: «Der Zuschlag erfolgt zum höchs-ten Angebot, ohne Rücksicht der betreibungsamtlichen Schätzung.» Diese betrug 130 000 Franken. Weiter war zu lesen, dass der amtliche Wert des Grundstücks 61 050 Franken beträgt.

«Neben Heinz Siegenthaler, dem Rütiger BDP-Grossrat und Landwirt, und uns waren keine weiteren Personen an der Steigerung interessiert.» Andreas Philipp weiter: «Ich staunte nicht schlecht, als der Zuschlag kurzum an uns ging.» Den Preis, den die Gemeinde für das Land bezahlt habe, dürfe er kaum nennen: «Etwas mehr als 2000 Franken waren es.» Der Gemeinderat habe nicht mitbieten wollen, um möglichst günstig zu Bauland zu kommen, begründet der Gemeindepräsident: «Wir haben uns überlegt, dass es besser ist, wenn die Gemeinde in den Besitz der Parzelle kommt und nicht irgendwelche Immobilienspekulanten.» Natürlich freue er sich, dass das Wagnis belohnt worden und die Gemeinde Rüti zu einem richtigen Schnäppchen gekommen sei.

Und wieso hat Heinz Siegenthaler das Steigerungsobjekt den Gemeindevertretern nicht streitig gemacht? «Ich habe zu Gunsten der Gemeinde auf ein höheres Angebot verzichtet», sagt er auf Anfrage kurz und bündig.

Aktuelle Nachrichten