Ein Platz für 14 Asylbewerber

Rund 350 000 Franken soll der Wohncontainer für Asylbewerber kosten. Der Unterengstringer Gemeinderat will damit einer Verpflichtung des Bundes nachkommen.

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Aargauer Zeitung

Sandro Zimmerli

«Wir haben uns mit der Gemeinde Oberengstringen ausgetauscht. Dort hat man bislang gute Erfahrungen mit der Lage des Asylzentrums mitten im Dorf bei der Busstation Lanzrain gemacht», sagt Unterengstringens Gemeindepräsident Peter Trombik. Der Grund für die Gespräche mit der Nachbarsgemeinde; auch in Unterengstringen soll schon bald ein Wohncontainer für 14 Asylbewerber aufgestellt werden. Der vorgesehene Standort ist der Parkplatz beim alten Schulhaus. Also ebenfalls ein Platz mitten im Dorf.

«Soziale Kontrolle ist uns wichtig»

«Wir haben uns lange überlegt, wo wir den Container hinstellen wollen», so Trombik. Der Parkplatz sei einer der wenigen Flecken Land der Gemeinde, der sich grundsätzlich überhaupt eigne und sich zudem in Zentrumsnähe befinde. «Den Container können wir schlecht an die Peripherie verlagern. Eine gewisse soziale Kontrolle ist uns wichtig. Dies wurde uns auch von der Gemeinde Oberengstringen bestätigt», erklärt Trombik.

Das Thema einer Unterkunft für Asylsuchende ist in Unterengstringen nicht neu. «Im Gemeinderat wurde schon lange darüber diskutiert. Jede Gemeinde ist vom Bund verpflichtet, entsprechend ihrer Einwohnerzahl eine gewisse Anzahl Asylsuchende zu beherbergen», hält Trombik fest. Gegenwärtig kann in Unterengstringen aber nur eine Wohnung zur Verfügung gestellt werden. Dies sei zu wenig für die 15 Asylsuchenden, die die Gemeinde gemäss Vorgabe zurzeit aufnehmen müsste. Mit dem Container, der genau gleich aussehen wird wie jene in Oberengstringen, soll dieser Verpflichtung nun nachgekommen werden.

Zusammenarbeit mit Asylorganisation

Allerdings kann der Gemeinderat nicht selber über das 350 000 Franken teure Projekt entscheiden. Es bedarf der Zustimmung der Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung. Zudem wird der Gemeinderat den Container zwar anschaffen, dann jedoch der Asylorganisation Zürich (AOZ) zur Verfügung stellen.

«Wir haben bereits früher mit der AOZ zusammengearbeitet. Weil wir bislang zu wenig Plätze anbieten konnten, mussten wir in einen Fonds einzahlen», sagt Trombik. Dies werde sich jedoch mit dem geplanten Container ändern. «Die AOZ zahlt für die Unterbringung der Asylsuchenden Miete. Der Container wird somit selbsttragend und verursacht der Gemeinde keine Mehrkosten.»

Gemeindeversammlung

Container Die Gemeindeversammlung findet am Mittwoch, 2. Dezember, statt und beginnt um 19 Uhr.