Tanja Enseroth

Ergibt sich aber einmal die Möglichkeit, die berühmten Sandstrände zu besuchen, wird einem bewusst, das die Karibikinsel ihren Titel nicht umsonst erlangt hat.

Da ich - wie bereits schon öfters erwähnt - hier die Abschlussklasse einer Privatschule besuche, machen wir dementsprechend mehr Ausflüge als üblich. So stand dieses Wochenende eine Reise auf die „Isla Saona" auf dem Programm.

Da sich unser Zielort am anderen Ende des Landes befand, fuhren wir schon um 5 Uhr morgens los, um nicht den ganzen Tag unterwegs zu sein (und schafften dies auch fast pünktlich). Nach den ersten vier Stunden Fahrt - die ich eigentlich noch schlafend verbringen wollte, was aber in einem Bus voller Dominikaner schlicht und einfach nicht möglich war - erreichten wir auch schon unseren Zwischenstopp Nr. 1.

Zu meiner Überraschung befanden wir uns auf dem gleichen Campus, wo auch unser letztes Afs- Camp stattgefunden hatte. Dort verbrachten wir einige Stunden mit klettern, reiten und einige versuchten auch Kanu zu fahren, was aber alles relativ schnell langweilig wurde. So überzeugten wir unseren Reiseleiter, ein wenig früher aufzubrechen und auch der Durchreise noch einen Wasserfall in der Nähe zu besuchen. Nach einigen eindrücklichen Fotos und einem erfrischendem Bad nach der brühenden Hitze nahmen wir dann auch schon die restlichen vier Stunden Fahrt ins Hotel in Angriff.

Im Hotel angekommen, gab es aufgrund der Zimmeraufteilung erstmals einen ausgewachsenen Zickenkrieg. Nachdem auch dieser schliesslich geklärt worden war, bekamen wir endlich reichlich zu Essen und den Rest des Abends frei. Was die meisten natürlich mit einigen Cocktails und lauter Musik bis spät in die Nacht ausnutzten.

Nach dementsprechend kurzem Schlaf brachen wir auf, um in La Romana an der Westküste des Landes den Katamaran zu besteigen, der uns zu der Insel Saona bringen sollte.

Es dauerte nicht lange, bis den Ersten auch schon schlecht wurde, ob es am Alkohol der vergangenen Stunden oder Seekrankheit lag ist fragwürdig. Ich hingegen, glücklich wieder einmal segeln zu können, schnappe mir sogleich für eine Weile das Ruder und brachte die ganze Schar mehr oder weniger sicher ans andere Ufer.

Gut angekommen, verschlug es sogar den Dominikanern die Sprache, da die meisten dieses schönste Fleckchen ihres Landes bis jetzt auch noch nicht gesehen hatten. Besser als jede Werbung, schöner als jeder Ferienkatalog; türkisblaues Wasser, schneeweisser Strand, Palmen im Wind.

Für immer hätte ich dort bleiben können, doch nach ausgiebigem Planschen und frischem karibischen Fisch ging es dann auch schon wieder zurück - diesmal mit Schnellboot.

Als wir am nächsten Tag nach einigen historischen Zwischenstopps wieder Moca erreichten, fiel ich sogleich müde, aber glücklich, ein weiteres Stückchen meiner zweiten Heimat zu kennen, in mein Bett.