Reppisch
Ein ökologisch wertvoller Fluss

Die Reppisch ist laut dem Naturschutz-Gesamtkonzept des Kantons Zürich eines der ökologisch wertvollsten Fliessgewässer im Kanton Zürich. Sie erfuhr in den letzten Jahren eine grosse Aufwertung.

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Reppisch

Reppisch

Limmattaler Zeitung

Daniel von Känel

Lange Reppischabschnitte waren um das Jahr 1930 herum eingeengt und kanalisiert worden. Eine Massnahme, die man damals für den Hochwasserschutz und für die Gewinnung von bewirtschaftbarem Land getan hatte.

«Ende des letzten Jahrzehnts hatten dann die gesellschaftlichen Vorzeichen gekehrt, und man begann mit grossem Einsatz, noch naturnahe Streckenabschnitte zu schützen und verbaute zu revitalisieren», heisst es im Magazin «Zürcher Umweltpraxis», das von der Koordinationsstelle Umweltschutz der Baudirektion des Kantons Zürich herausgegeben wird.

Ökologische Ausgleichsmassnahmen

Die Basis dafür bot das Wiederbelebungsprogramm für die Fliessgewässer des Kantons Zürich sowie das Naturschutz-Gesamtkonzept von 1995. Darin wird die Reppisch als eines der ökologisch wertvollsten Fliessgewässer im Kanton beurteilt. Der Schutz, der Erhalt und die Förderung von Lebensräumen und Landschaft seien dort vorrangig zu gewährleisten.

Ökologische Ausgleichsmassnahmen zum Bau der Westumfahrung waren es, die auf einem 400 Meter langen Abschnitt der Reppisch bei Birmensdorf dafür sorgten, dass der Fluss dort völlig umgestaltet wurde. Der Raum für Gewässer und Uferbereich wurde von 15 Metern auf 30 bis 40 Meter verbreitert. Die Reppisch kann wieder mäandrieren, grosse runde Blöcke erzeugen vielfältige Strömungsmuster. Fische finden bei den am Ufer eingebauten Wurzelstöcken Unterstände. Hochwasser kann den Gewässerlauf wieder verändern.

Auch Platz für die Menschen

So können Ufer unterspült, Krümmungen verlagert und Kiesbänke verändert werden. Möglich ist auch, dass Seiten- und Nebengerinne zum Hauptlauf werden. Die Reppisch kann von den Ufern her nicht mehr einwachsen, es entstehen immer wieder neue Lebensräume.

Der letzte noch naturfremde Gewässerabschnitt zwischen Türlersee und Birmensdorf wurde 2007 und 2008 aufgewertet: mit dem Projekt «Wiederbelebung Reppisch Aumüli-Gamlikon». Auch auf diesem zwei Kilometer langen Abschnitt wurden die alten Verbauungen, Querschwellen und Betonabstürze entfernt.

Doch auch für den Menschen, heisst es im Magazin, gebe es Platz in der naturgeschützen Landschaft. Der Türlersee behalte seine Ausstrahlung als idyllisches Erholungsgebiet, an mehreren Stellen seien Uferpartien der Reppisch zugänglich gemacht worden. Im Siedlungsgebiet komme die Hochwassersicherheit vor den Bedürfnissen der Natur. Das Gesamtprojekt Reppischtal schliesse auch die Erhaltung von Kulturzeugen ein. Die Aumüli dokumentiere die frühere Wassernutzung für Säge und Mühle.

Wichtig für die Bevölkerung

Dass naturnahe Wasserläufe einen grossen Mehrwert für die Menschen darstellen, zeigt eine Befragung des Bundesamtes für Umwelt, die im Jahr 2008 durchgeführt wurde. Naturnahe Fliessgewässer sind für die Bevölkerung laut der Studie wichtige Landschaftselemente, die sie als Naherholungsgebiete nutzen möchten. Die Einstellung gegenüber Revitalisierungsprojekte in der Nähe des Wohnortes sind positiv. Eine sanfte Erschliessung mit Naturwegen und ohne weitere Erholungsinfrastruktur genügt den Menschen.

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