Ein Herz für Menschen
«Ein Herz für Menschen»

102 Herzen, die in der Stadt Baden verteilt sind, ziehen seit Wochen interessierte Blicke auf sich. Eines davon mit dem Titel «Ein Herz für Menschen» wurde als Firmpro-jekt der Katholischen Pfarreien Baden-Ennetbaden von 28 Jugendlichen gestaltet.

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Stadtanzeiger

Carolin Frei

Es fällt auf, das Herz vor dem Eingang zur katholischen Kirche. Immer wieder bleiben Passanten stehen und sehen sich die Gesichter an, die dort von vielen fleissigen Händen aufgeklebt wurden. Alte und junge Menschen wurden genauso berücksichtigt wie kleinere und grössere Persönlichkeiten - etwa Barack Obama, George Clooney oder Angela Merkel. Auch die Firmlinge selbst sind auf dem Herzen verewigt.

An zwei Nachmittagen haben die 16- und 17-Jährigen das Herz mit unzähligen Porträtfotos - die sie vorgängig aus Zeitungen und Zeitschriften zusammengetragen haben - beklebt. «Erst mussten wir das Bild nass machen, Leim aufs Herz streichen und dann das Foto aufkleben. Wir waren frei in der Gestaltung», sagt Letizia Ventre. «Und meine Aufgabe bestand darin, am Schluss noch all die Löcher mit kleinen Bildern zu füllen», ergänzt Fatima Arias. Bei der Umsetzung wurden die Jugendlichen von der Architektin und Künstlerin Ursula Häni unterstützt. Das Finish selbst - das Herz während vierer Tage alle 6 Stunden mit Lack zu bestreichen - übernahm ebenfalls Ursula Häni.

28 Jugendliche haben beim Projekt mitgemacht. Für viele war es ein tolle Erfahrung, bei der sie viele neue Leute kennen lernen konnten. Fatima Arias: «Erst waren wir eine lose Gruppe. Dank dieser Projektarbeit wurde dann der Teamgeist gefördert. Es entstanden sogar Freundschaften.»

Ein schönes Erlebnis für alle, auch für die Jugendseelsorgerin und Firmprojektkoordinatorin Cornelia Haller. «Als wir von der Aktion «Baden zeigt Herz» hörten, stand für uns fest, dass wir an diesem Projekt teilhaben, mit dem Kauf eines Herzens das «Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda» unterstützen möchten. Denn vom Kaufpreis von 2009 Franken fliessen einige hundert Franken sofort in den Spendentopf. Zudem kamen wir mit diesem Herzen zu einem spannenden Projekt für die Firmlinge.»

Leider erstrahlt das «Herz für Menschen» nicht mehr in alter Frische. Unbekannte haben an zwei, drei Stellen Fotos herausgeschnitten, ein Bild sogar mit Filzstift verschmiert und «Hitler» darübergeschrieben. Für Fatima Arias und Letizia Ventre - beide im Kappelerhof zu Hause - gibt es dafür nur eine Erklärung: «Vielen ist es im Ausgang langweilig. Dann kommen sie auf solche Ideen. Dagegen anzugehen wird schwierig werden.»

Ursula Häni hat sich Ende Juni der «Blessuren» am Herzen für Menschen angenommen, um es wieder im alten Glanz erscheinen zu lassen. Denn bei der Versteigerung im Herbst soll ein grosszügiger Käufer gefunden werden, der dem Herzen einen sicheren Platz - und der Stiftung von Margrit Fuchs nochmals einen schönen Batzen beschert.

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