Dreiländereck
Ein «Hafenbähnli» für das Dreiländereck

Auch der «Leuchtturm» würde dem Ort Auftrieb verleihen. Dieses Projekt kommt wieder ins Gespräch.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Rolf Zenklusen

Georges Böhler vom Quartierverein Kleinhüningen fordert eine Aufwertung des Dreiländerecks, das zum Unort verkommen ist. Für das Restaurant soll bis Ende Jahr ein Käufer gefunden werden. Damit kommt auch das Leuchtturm-Projekt von Louis Conzett wieder ins Spiel.

Die Zeiten, als Heerscharen von Touristen zum Basler Dreiländereck pilgerten, sind vorbei. «Kein Wunder, dass der Ort wenig mehr besucht wird», sagt Georges Böhler, Präsident des neutralen Quartiervereins Kleinhüningen. «Das Dreiländereck ist total vernachlässigt worden.» Mehrmals hat er erlebt, wie Touristen an der Tramhaltestelle Kleinhüningen nach dem Weg fragten zum symbolträchtigen Ort, wo die Grenzen dreier Länder aufeinander treffen.

Schlecht erschlossen

Das Dreiländereck sei mit dem öffentlichen Verkehr schlecht erschlossen: «Ältere Leute müssen sicher eine halbe Stunde laufen». Es brauche «eine Art kleines Hafenbähnli», lässt Böhler seinen Visionen freien Lauf. Ein grosses Problem sei zudem, dass es beim Dreiländereck keine Verpflegungsmöglichkeit mehr gibt.

Weil es nicht rentierte, ist das Restaurant Dreiländereck seit Monaten geschlossen. Während der Sommermonate wurde versucht, den Terrassenbetrieb aufrecht zu erhalten - ohne Erfolg.

Käufer noch nicht gefunden

Das Lokal gehört der Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft (BPG). Diese sagt schon lange, das Restaurant passe nicht in ihr Konzept und solle verkauft werden. Ein Käufer wurde bis jetzt nicht gefunden, wie Claus Wepler, Generalsekretär im Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) und Verwaltungsrat der BPG, ausführt. «Bis Ende Jahr haben wir eine Lösung.»

Böhler schlägt vor, das Restaurant abzureissen und ein Lokal zu eröffnen mit Preisen, die auch für ausländische Touristen erschwinglich sind. Vom «Leuchtturm»-Projekt von Louis Conzett ist er ebenfalls sehr angetan. Conzetts Idee eines 51 Meter hohen, zylindrischen Gebäudes mit elf Stockwerken wartet seit mehr als drei Jahren auf eine Realisierung. Das Projekt würde rund 15 Millionen kosten.

Er sei einer von drei Bewerbern, die das Restaurant der BPG abkaufen wollen, bestätigt Conzett der bz. «Unsere Chancen stehen 50 zu 50.» Aber auch ein eventueller Zuschlag sei keine Garantie, dass der Leuchtturm realisiert werden kann.

Ein Kaufvertrag könnte gewisse Einschränkungen aufweisen, die den Bau des Leuchtturms verhindern. «Es gibt Persönlichkeiten, die das Projekt leider torpedieren, weil es nicht ihren Ideen entspricht», erklärt Conzett.

Inhalte sind gefragt

Sabine Horvath, Leiterin Aussenbeziehungen und Standortmarketing, bricht ob des Leuchtturm-Projekts nicht in Begeisterung aus: «Das Dreiländereck hat aufgrund der Lage und der Bedeutung bereits Leuchtturmeffekt genug. Es fehlt nicht an der Verpackung, sondern am Inhalt.»

Wenn das Dreiländereck als Begegnungsort vermarktet werden solle, brauche es Inhalte und Anlässe. Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, wünscht sich ein Gesamtprojekt für die Entwicklung des Hafenareals rund um das Dreiländereck. Dazu gehöre ein offenes Restaurant, eine bessere öV-Anbindung und ein durchgehend begehbarer Rheinuferweg - alles Forderungen, die Egloff längst bei der Regierung deponiert hat.

Auch den Leuchtturm würde der Tourismus-Direktor begrüssen. Vor allem für Japaner, Chinesen und Inder übe das Dreiländereck eine gewisse Faszination aus. «Im heutigen Zustand können wir das Dreiländereck aber nicht mit gutem Gewissen vermarkten.»