Mondexperiment
Ein grosser Schritt für die Sternwarte

Die Universität Bern beteiligt sich an einem neuen Mondexperiment. Just zum Jahrestag der Mondlandung gabs eine Erfolgsmeldung.

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Solothurner Zeitung

Seit dem bekannten Sonnenwind-Segel-Experiment, mit dem die Universität Bern an der Mondlandung 1969 beteiligt war, rückte der Erdtrabant in den Hintergrund. Nun aber ist das Astronomische Institut der Uni mit der Sternwarte Zimmerwald wieder nah dran - scheinbar näher als die 350 000 Kilometer, von denen nun die Rede ist.

Auf den Zentimeter genau nämlich hat das Berner Teleskop die Entfernung zu einer Mond-Sonde messen können, die nun während eines Jahres den Mond umkreist. Bisher reichte das Teleskop lediglich bis 25 000 Kilometer ins All.

Warum dieser grosse Schritt? «Bisher wurde der Laser an den Satelliten reflektiert», sagt Werner Gurtner vom Astronomischen Institut der Uni Bern. Die Erkundungssonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) verfüge aber selbst über ein Empfangs-Teleskop. Mit den Sende- und Empfangszeiten der Laserblitze kann die Bahn der Sonde um den Mond zentimetergenau vermessen werden.

Weltweit seien nur wenige Teleskope dazu in der Lage. In Bern gab es just zum 40. Jahrestag der Mondlandung erstmals diese Daten. Dereinst soll der Laser bis ins Sonnensystem reichen, so Gurtner.

Ein Jahr lang ist nun die Sternwarte an der LRO-Mission beteiligt. Die Sonde umkreist den Mond und wird ihn mit einer Weitwinkelkamera kartieren und zudem die Mondoberfläche dreidimensional erfassen. «LRO ist Teil der Vorbereitung zur nächsten bemannten Mondlandung», sagt Gurtner. Im Jahr 2020 möchten die Amerikaner wieder Menschen auf den Mond schicken. (joh)

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