RehaClinic Bad Zurzach
Ein Garten mit heilender Wirkung

Seit einigen Monaten können sich die Patienten der RehaClinic Bad Zurzach in einem Garten erholen, wo Pflanzen zu Therapiezwecken gezogen werden. Die Klinik erzielt damit bei den Patienten gute Heilungsfortschritte.

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Paten des Projekts Professorin Renata Schneiter und Stefan Güntensperger von der Stiftung Bad Zurzach.
Heilende Kräfte Die Pflanzen helfen den Patienten.

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Sandra Frischknecht

«Die Gartentherapie soll die Rehabilitation der Patienten unterstützen», sagt Renata Schneiter, Dozentin für Biologie an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Leiterin des Therapie-Projekts, das im Auftrag der RehaClinic Bad Zurzach entstand. Die Professorin erforscht seit zwanzig Jahren die Wirkung von Pflanzen auf den Menschen und freut sich über das positive Echo auf das Projekt: «Das Interesse in Fachkreisen ist riesig. Es gab so gut wie keine Skepsis, im Gegenteil: Die Therapeuten freuten sich auf die Herausforderung.» Ergo- und Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung begleiten seit September 2007 Schlaganfall- und Schmerzpatienten und arbeiten aktiv mit ihnen.

Dutzende Pflanzenarten wurden angesiedelt, alle dienen einem besonderen Zweck. Das Currykraut riecht sehr intensiv und stimuliert den Geruchssinn. Andere Pflanzen haben eine pelzähnliche Oberfläche und regen den Tastsinn an. Kakteen wiederum stimulieren beschädigte Nervenbahnen. Solche Sinneseindrücke seien besonders wichtig für Schmerz- und Schlaganfallpatienten, sagt Projektleiterin Schneiter. Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, können durch die positiven Erlebnisse mit wachsenden und blühenden Pflanzen depressive Verstimmungen besser bekämpfen und brauchen weniger Schmerzmittel.

Das erste Gewächshaus

Die 4000 Quadratmeter grosse Gartenanlage ist nicht die erste ihrer Art in der Schweiz. Es gibt bereits Institutionen, die mit solchen Mitteln arbeiten. Die RehaClinic bietet mit dem Gewächshaus zum ersten Mal im deutschen Sprachraum die Möglichkeit, während des ganzen Jahres die Gartentherapie anzuwenden. Wenn es draussen kalt und unfreundlich ist, werden die Patienten in das warmfeuchte Gewächshaus geführt. Dessen Klima löst Wohlbefinden aus.

1,5 Millionen investiert

Klinische Studien beweisen, dass die Gartentherapie sehr viel zur Gesundung und Verbesserung des Wohlbefindens der Patienten beiträgt. Man weiss, dass unter anderem Krebskranke oder psychisch Erkrankte stark davon profitieren. Das ganze Projekt hat die RehaClinic rund 1,5 Millionen Franken gekostet. Ein Drittel wurde für die Forschung und die Begleitung des Projekts verwendet, ein Drittel für den Gartenbau und ein Drittel für das Gewächshaus. Hauptträgerin dieser Aufwendungen ist die Stiftung Bad Zurzach. Die längerfristigen Ziele der Klinik sind klar: Die Patienten sollen eine höhere Lebensqualität erfahren, die depressiven Stimmungen sollen neuem Lebensmut weichen und es sollen weniger Schmerzmittel eingesetzt werden müssen. Die Gartentherapie hat den positiven Nebeneffekt, dass sich die Patienten nach dem Klinikaufenthalt vermehrt an der frischen Luft aufhalten.

Bald weitere Gärten?

Die RehaClinic stellt sich bereits ein nächstes Projekt vor. Ein alpiner Garten in der Klinik in Braunwald wird in Erwägung gezogen. «Ideen sind vorhanden, konkret ist aber noch nichts», sagt Schneiter.