Von Franziska Schädel

«Ein riesiger Stein ist mir heute Abend vom Herzen gerutscht», gesteht Werner Weibel, Präsident des Organisationskomitees vom Dorffest Bergdietikon, freimütig. Er habe ein anstrengendes Jahr hinter sich, aber die Arbeit sei auch sehr befriedigend gewesen.

Ganz besonders gefreut habe ihn die Zusammenarbeit mit den Jungen, die von gegenseitigem Respekt geprägt war. «Was sie auf die Beine gestellt haben - Chapeau!», meint Weibel anerkennend. Und dass das Wetter auch noch mitmache, sei genial.

Das Organisationskomitee hat sich einiges einfallen lassen. Bars und Beizli locken drei Tage lang mit den unterschiedlichsten kulinarischen Angeboten. Von A wie Älplermagronen bis W wie Weisswurst gibts für jeden Gaumen etwas. Bald verführt Bratenduft, dann wieder locken Öpfelchüechli.

Nicht fehlen darf das Schlangenbrot der Pfadfinder, und wers gediegen mag, der verzieht sich in die Cüplibar. In den Beizen - sie werden von den Vereinen betrieben - herrscht eine lockere, aufgeräumte Stimmung. Man kennt sich, man trifft sich. Es ist die Gelegenheit für einen Schwatz, für ein gemütliches Beisammensein.

Auch die Kinder kommen auf ihre Rechnung, seis im Streichelzoo bei Lamas und Eseln, seis auf dem Karussell oder - etwas ruppiger - im Putschauto-Parcours. Und mancher Dreikäsehoch schwingt schon ganz wacker den schweren Holzhammer beim Hau-den-Lukas.

Kinder lassen sich zu Indianern oder Katzen schminken, andere messen sich beim Jugendschiessen. Mini-Playback-Shows und Töggeli-Turniere sorgen dafür, dass auch den Kindern das Fest in guter Erinnerung bleiben wird.

Ein Publikumsmagnet war am Freitagabend der Auftritt der Ländlerformation Carlo Brunner. Bei lüpfiger Musik, Beinschinken und Bier liess die gute Stimmung nicht lange auf sich warten. Brunner ist auch in Bergdietikon kein Unbekannter. Als die Gemeinde vor einem Jahr für das grosse Dorffest probte, sorgte er mit seinen Musikern damals schon für gute Laune.

Das OK hat aber auch versucht, kleine Akzente zu setzen. So ist zum Beispiel Autark, die Limmattaler Arbeitsvermittlung für Menschen in besonderen Lebenssituationen, auf dem Marktplatz mit einem Stand vertreten, und Flüchtlinge aus Äthiopien, Eritrea oder Somalia bieten Gerichte aus ihrer Heimat an. Weibel: «Auch die Schattenseiten unserer Gesellschaft sollen den Menschen bewusst werden.»

Heute Sonntag findet das Dorffest in Bergdietikon von 10 bis 17 Uhr statt.