Andreas Tschopp

Baden lässt sich nicht zweimal bitten, wenn es etwas zu feiern gibt. Dies ist am Samstag, 20. Juni, wieder der Fall. Dann werden der neue Schlossbergplatz und das frisch sanierte Wahrzeichen von Baden, der über 525-jährige und fast 60 Meter hohe Stadtturm gemeinsam festlich eingeweiht.

Während sich der neu gestaltete Schlossbergplatz bereits vollständig mit schwarzem Asphaltbelag präsentiert, ist vom Stadtturm erst die westliche Seite Richtung Schlossbergplatz in neu weissbeiger Farbe ersichtlich. Die anderen drei Seiten werden über den Festtag hinaus eingerüstet bleiben für die Abschlussarbeiten. Diese betreffen vor allem das Aufmalen des Freskos auf der Seite Richtung Weite Gasse.

Turmuhr läuft ab Donnerstag wieder

Diese Malerarbeiten dauern noch etwa bis Mitte Juli. Erst danach wird sich der Turm ganz ohne Gerüst zeigen. Die Turmuhr werde aber bereits ab morgen Donnerstag wieder die Zeit anzeigen, versichert Tony Stalder, Leiter Liegenschaften der Stadt Baden.

Diese hatte bereits anlässlich einer Routineuntersuchung 2004 festgestellt, dass das historische Bauwerk sanierungsbedürftig ist. Nach eingehenden Abklärungen unter Beizug der Denkmalpflege (der Stadtturm steht seit 1925 unter Schutz) und des spezialisierten Architekten Castor Huser wurde beschlossen, wieder einen weissbeigen Kalkputz am Turm aufzutragen.

Dieser hatte sich bereits früher so präsentiert, ehe er bei der letzten Gesamtsanierung 1925 neu grau verputzt wurde. Dieser Verputz wurde 1977 mit Silikon imprägniert, was sich als Fehler erwies. Weil der so hydrophobierte Deckputz keine Feuchtigkeit mehr durchliess, begann das Mauerwerk zu bröckeln, was die Sanierung erforderlich machte.

Mit Überraschungsbouquet am Mittag

Nach Bewilligung von 1,2 Millionen Franken dafür durch den Einwohnerrat begannen die Arbeiten im Februar 2008 mit dem Gerüstbau am Turm. Fast gleichzeitig wurde der Startschuss gegeben zur «Operation Blinddarm» am Schlossbergplatz.

Für dessen Umgestaltung und Verkehrsbefreiung (Bus bleibt vorläufig noch ausgenommen) bewilligte der Badener Souverän über 8 Millionen Franken. Zusätzlich mehr als 3 Millionen investierte Unternehmer Werner Eglin in eine neue Ladenpassage vor und in der im Volksmund «Blinddarm» genannten Bahnunterführung zur Stadtturmstrasse.

Diese neuen Läden öffneten bereits Anfang April ihre Tore. Seither kann das Piazza-Feeling genossen werden auf dem Schlossbergplatz, der sich am Samstag in eine grosse Festhütte verwandeln wird. Dabei darf auch «eine kleine Überraschung am Turm», so Stalder, nicht fehlen.