Andreas Maurer

Die Rheinschiffer, Fischer und Pilzler hielten im trockenen September besorgt nach Regenwolken Ausschau. Die Winzer hingegen reiben sich erfreut die Hände. Der warme, trockene und sonnige Herbst setzt einem guten Weinjahr das goldene Krönchen auf. Die Erträge liegen im ähnlichen Bereich wie im Vorjahr, die Zuckergehalte sind aber um einiges höher. Die Trauben sind aromatisch und vollreif. «Man darf im Baselbiet daher einen gehaltvollen Wein erwarten. Alle Weinsorten werden etwas schwerer wirken als in den Vorjahren», prophezeit Andreas Buser vom landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain. Gleichzeitig betont er, dass die Arbeit der Winzer fast noch wichtiger sei als das Wetter. Problematische Witterung bedeute daher keine schlechten Weine. «Die Unterschiede sind nicht gewaltig», relativiert er. In den letzten vier Jahren machte der Herbst den Baselbieter Winzern einen Strich durch die Rechnung: Er zeigte sich jeweils von seiner kalten oder nassen Seite. Zu viel Feuchtigkeit lässt die Reben faulen.

Mehltau plagt die Weinbauern

Doch auch das viel gelobte Weinjahr 2009 birgt Probleme: Das häufig feucht-warme Wetter förderte Infektionen. «Es gelang nicht mehr so gut wie im Vorjahr, den Falschen und Echten Mehltau im Griff zu behalten», berichtet Buser. Trotz dieser Pilzkrankheiten seien die Reben aber noch gut im Schuss. Sie weisen nur vereinzelt braune Stellen auf.

Dies könnte sich in den nächsten Tagen ändern: Ab Donnerstag ist bereits mit Nachtfrost zu rechnen. Die Blätter werden dadurch welk und weich. Die meisten Winzer müssen sich aber keine Sorgen machen: Im Baselbiet sind bereits 70 Prozent der gesamten Traubenernte eingefahren.