Spital Riehen
Ein Drunter und Drüber im Spital Riehen

Die IG Spital wollte dem Riehener Spitalpersonal den Stand der Dinge erklären. Gemeinderat Michael Martig intervenierte, als er von dem Vorhaben erfuhr.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Muriel Mercier

Es sollte eine friedliche Infoveranstaltung der IG Spital und des überparteilichen Initiativkomitees «Rettet das Riehener Gemeindespital!» für das Spitalpersonal sein. Heinrich Ueberwasser und Hansjörg Wilde von der IG sowie Eduard Rutschmann vom Komitee luden am Montag die Angestellten in die Cafeteria im Diakonissenhaus ein, um sie auf dem Laufenden zu halten, was die Institutionen unternehmen, um das Krankenhaus zu erhalten.

Daraus entstanden ist ein Eklat unter den drei Initianten und dem Gemeinderat Michael Martig. Dieser und Gemeindeverwalter Andreas Schuppli stürmten nämlich den Raum, unterbrachen das Geschehen und machten vor rund 40 Anwesenden geltend, die Veranstaltung zu unterbinden.

So beschreibt zumindest der IG Spital-Präsident Ueberwasser den Zwischenfall, der zum Abbruch des Anlasses führte, bevor er begonnen hatte. «Ich habe in der Politik noch nie erlebt, dass sich jemand so unhöflich und wenig demokratisch verhalten hat.»

Martig und Schuppli hingegen sehen das Ganze anders. Ueberwasser, Wilde und Rutschmann haben sich nicht an die Spielregeln gehalten. «Wenn Externe einen Anlass innerhalb des Spitalbetriebes und während der Arbeitszeiten machen, muss die Spitalleitung ihr Einverständnis geben», erklärt Schuppli.

Diese aber hat nichts von dem Infoanlass gewusst, wie Personalleiterin Regula Löhrer betont: «Ich habe die Einladung zufällig aufliegen sehen.» Ueberwasser versteht nicht: «Wir haben den Raum gemietet. Dann hat doch niemand anderes ein Verfügungsrecht.» Und Wilde ergänzt: «Ich habe einer Person aus der Spitalleitung eine Einladung gegeben und dachte, diese sagt es weiter.»

Kein konstruktives Verhalten

Martig wollte die Veranstaltung aber keineswegs unterbinden. Ihm sei in erster Linie wichtig gewesen, den anwesenden Spitalangestellten deutlich zu sagen, dass es sich bei dem Personalanlass um keinen offiziellen handle. «Ich habe Heinrich Ueberwasser gebeten, das am Anfang der Diskussion klarzustellen.» Die Situation im Riehener Spital sei sehr schwierig, den Betrieb zu leiten eine Herausforderung.

«Die einen hegen Hoffnung, die anderen sind enttäuscht. Bisher haben immer nur offizielle Anlässe in den Spitalräumen stattgefunden. Mit solchen Aktionen wie am Montag ist die Gefahr gross, dass Missverständnisse entstehen.» Ueberwasser meinte beleidigt, unter diesen Umständen die Veranstaltung nicht durchführen zu können und blies den Anlass ab.

In einer Sache sind sich die Hauptdarsteller des Spektakels Ueberwasser, Wilde, Martig und Schuppli, einig: «Was sich abgespielt hat, war nicht konstruktiv.» Fazite ziehen sie andere: «Martig hätte sich einfach dazusetzen können», sagt Wilde. «Der Gemeinderat soll die Variante der Spitalrettung doch berücksichtigen», meint Ueberwasser.

«Die Situation zeigt, dass die Nerven blank liegen», erklärt Schuppli und Martig betont: «Man muss auf anderem Weg eine Lösung finden.» Für welchen Weg sich die Riehener entscheiden, wird an der Volksabstimmung vom 6. September klar.

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