Lugibach
Ein Bach mit Vorbildfunktion

Bereits vor 20 Jahren wurden zum ersten Mal Vorstudien zur Verschiebung des Lugibachs getätigt. Erst 2006 hat man das Projekt realisiert, der Lugibach verschoben und dem Kanton übergeben. Entstanden ist ein idyllischer Erholungsraum für Mensch und Tier.

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Lugibach Wettingen

Lugibach Wettingen

Aargauer Zeitung

Philippe Neidhart

Mit einem Apéro wurde der neue Bachabschnitt festlich dem Kanton übergeben. In seiner Rede lobte Markus Zumsteg, stellvertretender Leiter Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau, das Vorgehen der Tägerhard Kies AG. «Das Projekt dient als Vorbild für die Bachgestaltung im Kanton Aargau.» Die Aufgabe sei auf eindrückliche Art und Weise gelöst worden. Das Projekt verglich Zumsteg mit einem Film: «Der Mensch machte das Drehbuch, die Natur führt nun Regie.»

Langfristige Kiesversorgung

Bisher verlief der Lugibach mitten durch ein Landwirtschaftsgebiet, für das schon seit mehreren Jahren die Bewilligung für den Kiesabbau vorlag. Für die Nutzung dieses Geländes musste der Bachlauf an den Rand des Areals verschoben werden. Die Kosten für dieses Projekt beliefen sich auf rund 500 000 Franken. Finanziert wurde es von der Tägerhard Kies AG. Die neue Bachparzelle liegt direkt an der Lugibachstrasse. Sie hat eine Länge von rund 450 Metern und ist 15 Meter breit.

Durch die Verschiebung wird der Kiesabbau auf der alten Bachparzelle ermöglicht und somit die langfristige Versorgung mit Kies und Betonkomponente gesichert. Noch in diesem Jahr sollen die Vorarbeiten für den Bau eines Förderbandtunnels unter der Landstrasse begonnen werden. So kann das Gestein direkt ins Kieswerk transportiert werden. Damit wirkt man einem Mehrverkehr durch Lastertransporte entgegen. Im Jahr 2011 sollen die Abbauarbeiten beginnen.

Langer Weg bis zum Ziel

Mit den eigentlichen Arbeiten zur Verlegung des Baches wurde im August 2006 begonnen. Doch schon im Jahr 1989 machte man die ersten Vorstudien zu diesem Projekt. Zwei Jahre später wurde der Auftrag zur Abbau- und Rekultivierungsplanung erteilt und der Würenloser Gemeinderat informiert. Doch erst 1997 lancierten die Verantwortlichen einen Umweltverträglichkeitsbericht, der für ein Baugesuch nötig war. Einige Male musste man danach die Nutzungsplanung ändern, bis im Frühling 2005 grünes Licht zur Verlegung des Lugibachs gegeben wurde.

Lebensraum für Tiere

Beim neuen Bachlauf wurde auf eine natürliche Ufervegetation gesetzt. Viele Pflanzen, darunter Weiden und Erlen, wurden vom alten ans neue Bachufer versetzt. Nach der Flutung ergänzte man die Umgebung mit Sträuchern, Nussbäumen und Eichen. Mit grösseren Steinbrocken setzten die Landschaftsarchitekten dem Bach auf natürliche Weise Schranken. Hans-Dietmar Koeppel, Verwaltungsratspräsident der SKK Landschaftsarchitekten AG, freute sich darüber, schon jetzt die ersten Fische und Frösche entdeckt zu haben. Denn für die Wasserbewohner wurden spezielle Mulden errichtet, die eine geringe Strömung garantieren und den Tieren als Rückzugsgebiet dienen.

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