Buchsbaumzünsler
Ein asiatischer Zünsler greift das Fricktal an

Der Buchsbaumzünsler, eine Schmetterlingsraupe aus Ostasien, richtet wie schon 2009 Schäden an, auch im Fricktal – ein Ende ist nicht in Sicht.

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Buchsbaumzünsler

Buchsbaumzünsler

Aargauer Zeitung

Von Nadine Böni

Bei uns heimisch ist er nicht, der Buchsbaumzünsler. Im Fricktal ist er aber bereits ein alter Bekannter. Schon im vergangenen Jahr richtete die Schmetterlingsraupe Schäden an den Buchsbäumen an. Wie die aus Ostasien - hauptsächlich Japan, China und Korea - stammende Raupe den Weg nach Mitteleuropa und in die Schweiz gefunden hat, ist nicht bekannt. Experten schätzen den Zeitpunkt der Einfuhr auf das Jahr 2005.

Seither nimmt die Verbreitung des Schädlings Jahr für Jahr ungebremst zu - dem Buchsbaumzünsler fehlen die natürlichen Fressfeinde. Wurde der Zünsler erstmals 2007 in Weil am Rhein (D) beobachtet, schaffte er es ein Jahr später über den Rhein in die Schweiz und befiel Buchsbäume in Basel und Riehen. Im vergangenen Frühling erreichte der Kleinschmetterling das untere Baselbiet und das Fricktal.

Auch in diesem Jahr leiden die Buchsbäume in der Region bereits wieder unter «teilweise recht massivem Befall», wie Nikolaus Herzog, Stadtgärtner von Rheinfelden weiss. Auch in Kaiseraugst ist das Problem bekannt. In einer Mitteilung machte die Gemeinde auf den Schädlingsbefall aufmerksam. Auf der Homepage (www.kaiseraugst.ch (Publikationen)) sind umfassende Informationen zur Erkennung und anschliessenden Bekämpfung des Buchsbaumzünslers abrufbar.

Der lange, kalte Winter, der viele Schnee und der starke Regen in diesen Tagen machen dem Zünsler nichts aus: «Er ist wetterbeständig», so Nikolaus Herzog. Im April seien in Rheinfelden befallene Buchsbäume entdeckt worden. Seither ist der Stadtgärtner mit der Bekämpfung des Schädlings beschäftigt, ein erstes Mal hat er die befallenen Pflanzen mit Gift bespritzt. Insgesamt drei Mal im Jahr wird in Rheinfelden gegen den Buchsbaumzünsler Gift gespritzt - jedes Mal ein anderes. «Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Zünsler gegen ein Gift immun wird», sagt Herzog.

Das ist nicht das einzige Problem, das der Zünsler den hiesigen Gärtnern bereitet. Ab einer gewissen Grösse kann der Schädling auch andere einheimische Pflanzen angreifen. Zudem ist noch weitgehend unbekannt, wie der Buchsbaumzünsler effizient und nachhaltig bekämpft werden kann. Fachleute der Universität Basel erforschen derzeit seine Auswirkungen in der Region Basel. Bis auf weiteres ist allerdings kein Ende der Ausbreitung der Schmetterlingsraupe aus Fernost in Sicht. In Rheinfelden wird der asiatische Schädling jedenfalls noch mindestens drei Jahre mit Gift bekämpft.