Eigenverantwortung durch gutes Vorbild

Die Themen Freiheit und Eigenverantwortung standen im Zentrum der 1.-August-Ansprache von FDP-Grossrat Hans Baumberger. Umrahmt wurde dessen Rede auf dem Bundesfeierplatz in Schoren von den Darbietungen der Stadtmusik und des Jodler-Doppelquartetts. Im Anschluss wurde das 1.-August-Feuer entfacht, das vor imposanter Kulisse noch lange brannte.

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BundesfeierLangenthal_dsc.jpg

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Solothurner Zeitung

Quentin Schlapbach

Beleuchtet von der immer schwächer werdenden Abendsonne flattern die Schweizer-, die Berner- und die Langenthalerfahne im Wind. Auf der benachbarten Wiese bildet sich langsam eine Rauchwolke, deren Urheber die mit Feuerwerk spielenden Kinder sind. Die Geräuschkulisse wird dominiert von Blasmusik, Jodlerklängen - und zwischenzeitlichen Explosionen verschiedener Feuerwerkskörper. Kuchen, Getränke und Feines vom Grill werden am Stand des Gemeinnützigen Frauenvereins Langenthal angeboten. Eindeutig geprägt wird die Szenerie aber vom Schweizerkreuz, das - egal ob auf T-Shirts, Hüten, Fähnchen oder Flugblättern - omnipräsent ist. Schliesslich wird ja auch der 718. Geburtstag der Schweiz gefeiert.

Eigenverantwortung und Freiheit

Eingeleitet wurde die Langenthaler Bundesfeier von Jean-Rico Siegenthaler, dem stellvertretenden Stadtschreiber, der die Gäste willkommen hiess. Ein besonderer Gruss in Englisch ging dabei an die Sikh-Gemeinde von Langenthal, die dem Fest ebenfalls beiwohnte. Anschliessend folgte die traditionelle 1.-August-Rede von Hans Baumberger. Für diesen ging damit ein langjähriger Traum in Erfüllung. Er habe nämlich schon vor zehn Jahren seiner Frau gegenüber den Wunsch geäussert, eines Tages auch einmal eine 1.-August-Ansprache zu halten, gab Baumberger am Samstag bekannt.

Im Fokus seiner Rede standen vor allem die Themen Freiheit und Eigenverantwortung. Der Staat würde sich immer stärker in die Angelegenheiten der Bürgerinnen und Bürger einmischen, sagte der FDP-Grossrat. So würde zum Beispiel festgelegt, wann ein Kind eingeschult werden müsse, oder immer neue Vorschriften bei der Benutzung des Internets erlassen. «Eigenverantwortung erlangt man am besten durch ein gutes Vorbild und ein leistungsorientiertes Schulsystem», stellte Baumberger klar.

Passend zum Nationalfeiertag lobte er das politische System der Schweiz, nämlich die direkte Demokratie. Diese ermögliche, dass trotz sprachlichen, regionalen, parteilichen und konfessionellen Unterschieden immer wieder Kompromisse und Lösungen gefunden werden könnten. Gegenseitiger Respekt und Toleranz seien die Grundlagen für dieses System. An Baumbergers Worten konnte man deutlich erkennen, dass seine politische Heimat der Freisinn ist, dessen Werte und Vorstellungen er den Besuchern in seiner Ansprache vermittelte.

Eine Liebeserklärung an Schoren

Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Stadtmusik Langenthal sowie das Jodler-Doppelquartett Langenthal. Die Darbietungen der Stadtmusik - geleitet von Vizedirigentin Astrid Thoma - umrahmten die verschiedenen Programmpunkte. Die Musikantinnen und Musikanten spielten mehrere Märsche und begleitete das Singen der Nationalhymne. Das siebzehn Mitglieder starke Jodler-Doppelquartett, dirigiert von Margrit Roth, gab zwei Ständeli zum besten. Beim zweiten Lied mit dem Namen «D'Lüt im Dorf», handelte es sich um eine Liebeserklärung an Schoren, die vielstimmig gejuchzt und gejodelt wurde.

Ein weiteres musikalisches Highlight des Abends war das Singen der Nationalhymne, das bekanntlich an keiner Bundesfeier fehlen darf. Alle Besucher fanden auf den Festbänken Flugblätter mit den ersten beiden Strophen der Hymne vor. Der gesangliche Einsatz fiel aber recht unterschiedlich aus. Während die einen - vor allem die Mitglieder des Jodler-Doppelquartetts - aus voller Kehle mitsangen, summten andere nur ein bisschen mit oder wippten mit den Füssen im Takt. Die erste Strophe konnten viele noch auswendig mitsingen, bei der zweiten mussten die meisten allerdings das Flugblatt zu Hilfe nehmen.

Hauptinteresse an Feuerwerkskörpern

Für die Kinder wurde nach den offiziellen Feierlichkeiten noch ein kleiner Umzug mit Lampions und Fackeln organisiert. Ihr Hauptinteresse an diesem Abend galt aber verständlicherweise vor allem dem Anzünden von Feuerwerkskörpern. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde das traditionelle 1.-August-Feuer entzündet, das noch bis tief in die Nacht hinein vor der imposanten Kulisse des Juras hell brannte.