Peter Belart

Allerdings gibt die Studie selbst zu bedenken, dass sie Vorgänge zu beschreiben versucht, die erst in einer weiteren Zukunft liegen: «So ist die Einlagerung der radioaktiven Abfälle im Falle des Tiefenlagers HAA (hochaktive Abfälle) zwischen 2052 und 2066 und im Falle des Tiefenlagers SMA (schwach- und mittelaktive Abfälle) zwischen 2037 und 2051 geplant.»

Und weiter unten: «Alle Abklärungen zu den sozioökonomischen Effekten beziehen sich damit auf eine hypothetische Situation.»

Negative Folgen

Trotzdem enthält die Studie bedenkenswerte Aussagen, zum Beispiel zum möglichen Verhalten der Bevölkerung. So schreibt sie, die Befragten aus allen untersuchten Bevölkerungsgruppen seien einem zukünftigen Tiefenlager gegenüber eher negativ eingestellt.

Immerhin 20% könnten sich einen Wegzug aus dem Kanton Schaffhausen vorstellen; 70% hingegen könnten sich das schlecht vorstellen. Anders bei Zuzügern: Um die 50% würden auf einen Umzug in den Kanton Schaffhausen verzichten; um die 45% würden nicht verzichten.

Ähnlich sieht es beim Kauf von Wohneigentum aus. Die bereits ansässige Bevölkerung liesse sich dabei durch ein Tiefenlager in geringerem Masse beeindrucken als potenzielle Zuzüger.

Noch einmal relativiert die Studie ihre eigenen Aussagen: «Es ist nicht gesichert, dass die heute geäusserten Verhaltensabsichten genau den Verhaltensabsichten entsprechen, welche in 30 bis 50 Jahren zur eigentlichen Handlung führen.»

Keine negativen Folgen

Der Vergleich mit einer Studie aus dem Jahre 2005 ist aufschlussreich. Damals wurde die Bevölkerung von Würenlingen zu ihrer Einstellung zum Zwischenlager (Zwilag) in ihrer Gemeinde befragt. Untersucht wurden ganz ähnliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge. Es zeigte sich, dass das Zwilag in keinem Bereich grössere negative Reaktionen auslöste.