Ehemalige SAirGroup-Verwaltungsräte freigesprochen

Am Flughafen Kloten im Jahre 2000

Am Flughafen Kloten im Jahre 2000

Philippe Bruggisser, Mario Corti sowie zehn weitere ehemalige Swissair-Verantwortliche haben eine Klage weniger am Hals. Das Bezirksgericht hat eine Verantwortlichkeitsklage in der Höhe von 280 Mio. Fr. abgewiesen.

Die Klage hatte Karl Wüthrich, der Liquidator der SAirGroup, aufgrund der unentgeltlichen Übertragung der Roscor AG an die SAirLines erhoben. Roscor war eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der SAirGroup, über welche eine Beteiligung am elektronischen Buchungssytsem Galileo gehalten wurde.

Diese profitable Tochter übertrug die SairGroup im Dezember 2000 an die damals tief in den roten Zahlen steckende Konzerntochter SAirLines, in welcher die Swissair und andere Beteiligungen an Luftfahrgesellschaften zusammengefasst waren. Wüthrich machte geltend, die SAirLines sei damals bereits überschuldet gewesen.

Die SAirLines-Beteiligung sei aus diesem Grund für die SAirGroup trotz der Transaktion und des Abtretens eines Vermögenswertes wertlos geblieben, lautete die Klage.

In ihrem veröffentlichten Urteil widerspricht das Bezirksgericht Zürich der Ansicht Wüthrichs. Die SAirLines sei zum Zeitpunkt der Übertragung maximal mit 110 Mio. Fr. überschuldet gewesen, weit weniger als die Roscor damals wert war, befand das Gericht.

Die Transaktion der Roscor sei daher eine der möglichen und zulässigen Sanierungsmassnahmen für die Tochtergesellschaft SAirLines gewesen.

Ob Wüthrich das Urteil an die nächste Instanz weiterzieht, ist noch nicht klar. Ob er dies tun wird, entscheidet der Nachlassverwalter der SAirGroup nach dem genauen Studium des Urteils.

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