Hochwasser

Dutzende Ortschaften in Polen überflutet

Viele Menschen müssen sich vor dem Wasser in Sicherheit bringen

Viele Menschen müssen sich vor dem Wasser in Sicherheit bringen

An Weichsel und Oder kämpfen die Menschen in Polen bis zum Letzten. Tausende versuchten, gebrochene Dämme zu stopfen und die Wassermassen von ihrem Hab und Gut abzuhalten. Dutzende Ortschaften wurden überflutet.

Es handelt sich nach Angaben der Feuerwehr um die schlimmsten Überschwemmungen seit mehr als 100 Jahren. Das Hochwasser habe ein Ausmass, wie es "seit 1884 nicht mehr beobachtet" worden sei, sagte Feuerwehrsprecher Pawel Fratczak. Mindestens 15 Menschen seien bislang in den Fluten gestorben.

Die Lage an der Weichsel nordwestlich der Hauptstadt Warschau verschärfte sich weiter. Die Situation sei schlimmer als erwartet, sagte Innenminister Jerzy Miller. Das Hochwasser halte bereits sechs Tage an. In den betroffenen Orten wachse deshalb die Gefahr, dass weitere der von den Fluten durchtränkten Dämme brechen könnten.

Am linken Ufer der Weichsel bei Plock nordwestlich von Warschau wurden am Pfingstwochenende mehr als 20 Ortschaften und viele Tausend Hektaren Land überflutet. Rund 2000 Feuerwehrleute, Soldaten und zivile Helfer versuchten, einen Riss im Deich wieder abzudichten.

Dutzende Tonnen Schutt, aus der Luft abgeworfen, konnten die Wassermassen zunächst nicht stoppen. Tausende Menschen und Tiere mussten deshalb in Sicherheit gebracht werden.

Um weitere Orte zu schützen, sprengte die Feuerwehr an einigen Stellen die Deiche, wie ein Sprecher des Krisenstabes mitteile. Die Weichsel soll so dazu gebracht werden, in ihr Flussbett zurückzukehren.

Auch südlich von Warschau blieb die Lage an der Weichsel stellenweise dramatisch. Die Gemeinde Wilkow stand von Samstag an zu 90 Prozent unter Wasser. Wie auch nahe Plock wollten viele Menschen aus Angst vor Einbrüchen ihre Häuser aber nicht verlassen.

Auch die polnische Hauptstadt Warschau ist trotz sinkender Pegelstände nach wie vor von dem Hochwasser betroffen. Aus Angst, dass die durchweichten Deiche nachgeben, blieben rund 200 Schulen geschlossen.

Das deutsche Bundesland Brandenburg blieb über Pfingsten von den anrollenden Fluten der Oder noch weitgehend verschont: Für den Oberlauf des Flusses wurde am Montag die niedrigste Alarmstufe 1 ausgerufen.

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