Restaurant Bahnhof

«Du machst höchstens ein Jahr»

«Bahnhöfli»-Trio: Tochter Sandra hilft René Kunz in der Küche während Ehefrau Norma im Service zum Rechten schaut. (egl)

Restaurant Bahnhof Lengnau

«Bahnhöfli»-Trio: Tochter Sandra hilft René Kunz in der Küche während Ehefrau Norma im Service zum Rechten schaut. (egl)

Norma und René Kunz sind seit 30 Jahren engagierte Wirtsleute in Lengnau. Das Restaurant Bahnhof ist längst nicht mehr nur Stammtisch-, Vereins- oder Jasslokal. Dank der Spezialitätenküche hat sich der Betrieb auch bei Gourmets einen Namen verschafft.

Edi Gubler

1928 kaufte Paul Kunz, Grossvater von René Kunz, das Restaurant Bahnhof in Lengnau. Eigentlich war es kein Kauf, sondern ein Tauschgeschäft. Paul Kunz gab seinen Bauernhof an Zahlung. Er wirtete bis in die 50er-Jahre. Nachdem er sich aus dem Gastrogewerbe zurückgezogen hatte, wurde das «Bahnhöfli» an Walter Schluep und Peter Nietlisbach verpachtet. Am 3. Mai 1979 hat sich der Familienkreis wieder geschlossen: Norma und René Kunz übernahmen das Restaurant. Sie haben es in den vergangenen 30 Jahren zu einem weitherum bekannten Speiselokal geführt. Für die beiden Wirtsleute ist klar: «Die Entwicklung des ‹Bahnhofs›, vom Vereins- und Jass-lokal zum Speiserestaurant, wäre ohne die treue Stammkundschaft nicht möglich gewesen.» Natürlich seien heute noch die täglichen Stammtischrunden nicht wegzudenken. «Sie bilden einen wichtigen Eckpfeiler im Betrieb», sagt Norma Kunz.

Von der Kundschaft geschätzt

Dass sich das «Bahnhöfli» Lengnau bei Gourmets zum Geheimtipp mutiert hat, kommt nicht von ungefähr. In der Küche ist René Kunz - neuerdings zusammen mit Tochter Sandra - höchstpersönlich für die Menüs und feinen Spezialitäten zuständig. Norma Kunz überwacht den Service mit Argusaugen. Sie legt, wenn nötig, immer wieder selber Hand an. Am Erfolg beteiligt sind aber auch die langjährigen Angestellten.

Vom guten Betriebsklima im Lengnauer Restaurant zeugt der äusserst seltene Personalwechsel. Keine Selbstverständlichkeit, aber für die Kundschaft von grosser Bedeutung.

Im Restaurant Bahnhof Lengnau geniessen auch Lernende eine gute Ausbildung. Lea Kocher glänzte in diesem Jahr mit der besten Lehrabschlussprüfung (Note 5,4) als Köchin im Raum Biel und Umgebung. Die frisch gekürte Fachfrau aus Büren wird jetzt ihre Wanderjahre beginnen, um ihre Kenntnisse zu erweitern.

Mehr Freude als Ärger

Angesprochen auf ein spezielles Ereignis, kommt René Kunz spontan in den Sinn: «Bei der Übernahme des Betriebs kam mein Onkel, der in Lengnau bekannte Fritz Spahr (Traktoren-Spahr), auf mich zu. Er sagte: René, du wirst höchstens ein Jahr den ‹Bahnhof› führen können. Einer wie du, der nur Sinalco trinkt, wird nie ein vollwertiger Wirt.» Die Voraussage traf nicht zu, wie das Jubiläumsjahr beweist. Mit schelmischem Lächeln gibt René Kunz zu: «Auch ich habe mich entwickelt und trinke nicht mehr nur Sinalco.»
Hats in den vergangenen 30 Jahren auch Ärger gegeben? Bei dieser Frage platzt Norma Kunz buchstäblich der Kragen: «Die Aufhebung der Gratisparkplätze auf dem Bahnhofareal ist ein Skandal. Das wurde zum grossen Problem für unsere auswärtige Kundschaft.» Trotzdem: Stolz und Freude über die Zeit seit 1979 überwiegen bei Kunz' eindeutig.

Mit einem Jubiläumsmenü im Mai sowie einer einwöchigen Aktion (jedes Getränk für zwei Franken) haben sich die Wirtsleute bei der Kundschaft bereits für das geschenkte Vertrauen bedankt. René und Norma Kunz beteuern: «In den 30 Jahre haben wir mit vollem Einsatz und Enthusiasmus im ‹Bahnhof› gewirkt. Wir wollen auch in den nächsten Jahren für unsere Kundschaft da sein.»

Restaurant Bahnhof Lengnau, Ruhetage Dienstag, ab 14 Uhr, und Mittwoch, ganzer Tag. Telefonnummer 032 652 31 32.

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