Präsidentin Michelle Bachelet rief die Bürger auf, als Zeichen der Solidarität mit den Opfern während der Staatstrauer an jedem Haus eine chilenische Flagge aufzuhängen.

Die Behörden teilten zudem mit, nach dem Erdbeben vom vergangenen Wochenende seien bislang 279 Tote identifiziert worden. Unklar sei, wie viele Menschen insgesamt gestorben seien, sagte Rosende.

Es gebe noch unidentifizierte Leichen, aber frühere Opferzahlen seien wahrscheinlich ungenau gewesen, weil darin nicht scharf zwischen Getöteten und Vermissten unterschieden worden sei. Zuvor war von 802 Toten die Rede gewesen.

Zu den bisher nicht identifizierten Todesopfern wollte sich Rosende nicht äussern. Auch konnte er keine Schätzungen über die Zahl der Vermissten oder Verletzten machen.

Die fehlerhaften Angaben zu den Todeszahlen löste neue Kritik an der Regierung aus. Sie war schon zuvor wegen der fatalen Tsunami-Entwarnung am Tag des Erdbebens sowie des späten Einsatzes von Truppen gegen Plünderer im Katastrophengebiet und des späten Eintreffens von Hilfsgütern für die Millionen Hilfsbedürftigen angegriffen worden.

Das Erdbeben der Stärke 8,8 hatte Chile in der Nacht zum Samstag erschüttert. Die Schäden nur an der Infrastruktur wurden unterdessen auf etwa 30 Milliarden Dollar geschätzt.