Sibylle Haltiner

Am Samstagabend schallte laute Musik über den Sandplatz des Reitvereins Lenzburg. Sind die Dressurreiter nicht dafür bekannt, dass sie ihre Wettkämpfe in möglichst ruhiger Umgebung austragen wollen?

Ja, meist sind die Reiterinnen und Reiter froh, wenn ihre Pferde nicht abgelenkt werden, doch bei einer Kürdarbietung gehört die Musik dazu.

Wo Pferde tanzen

Acht Amazonen und ein Reiter präsentierten den Zuschauern und den drei Richterinnen ihre abwechslungsreichen Kürprogramme. Die Musik hatten sie passend zu der gerittenen Gangart ausgesucht. Tragende Klänge für den Schritt, rassige für Trab und Galopp.

«An erster Stelle steht natürlich das Reittechnische», erklärte Erika Holzreuter, eine der drei Richterinnen. Darüber hinaus wird aber auch die Choreografie bewertet und die Musik, die zu den Gangarten und dem Takt des Pferdes passen sollte.

Marlis Zimmerli aus Kölliken hat mit ihrem Friesenhengst Bonne vd Trije Romers die Richterinnen am meisten überzeugt. Sie gewann die Prüfung vor Diane Günthart aus Lenzburg und Beate Fetzer aus Schlossrued.

«Ich habe riesige Freude an diesem Sieg», meinte Marlis Zimmerli nach der Siegerehrung, die für einmal beritten durchgeführt wurde. «Bei der Kür liebe ich besonders die Kombination von Reiten und Musik. Das Schwierigste daran ist, die richtigen Musikstücke zu finden.»

Ihr Pferd Bonne sei meistens brav, müsse aber bei guter Laune gehalten werden. «Dann ist er ‹öppis Gfreuts›.»

Pferde ins Trockene geholt

Der Reitverein Lenzburg wurde für sein Dressurwochenende richtiggehend mit Anmeldungen überschwemmt. Durch die Möglichkeit, in der Halle abzureiten, und dank dem grossen Sandplatz bietet die Schützenmatte den Reitern auch bei so unerfreulichem Wetter wie am vergangenen Wochenende hervorragende Bedingungen. Nur auf der Wiese, die als Parkplatz diente, hatte mancher seine liebe Mühe, das Auto samt Anhänger wieder aus dem Schlamm zu bringen.

Durch die grosse Zahl von Anmeldungen mussten einige Prüfungen doppelt ausgetragen werden, was bedeutete, dass bereits am Freitagmorgen um sieben Uhr die erste Startglocke läutete. Bis Sonntagabend wurden 13 Dressurprüfungen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen durchgeführt.

Schon am Donnerstag geht es weiter: Dann kommen die Springreiter auf die Schützenmatte und kämpfen bis Sonntag in 16 Wettbewerben um Sieg und Plätze.