Metallindustrie
Dornach

Der Buntmetallhersteller Swissmetal hat im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang von 2,5 Mio. Franken auf knapp 1 Mio. Franken erlitten. Anhaltende Schwierigkeiten mit der neuen Extrusionspresse führen zu Lieferengpässen.

Merken
Drucken
Teilen
Swissmetal noch knapp mit Gewinn - Probleme mit neuer Presse

Swissmetal noch knapp mit Gewinn - Probleme mit neuer Presse

«Die Probleme mit der Extrusionspresse lassen uns heftig schwitzen», sagte Swissmetal-Chef Martin Hellweg am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Zürich. Priorität habe im laufenden Jahr die Beseitigung der Probleme mit der neuen Maschine. Man hoffe, dass bis Ende Jahr die Lieferungen wieder vollständig gewährleistet werden können.

Derzeit läuft die Extrusionspresse auf 60 bis 70 Prozent der normalen Last. Obwohl die Maschine besser läuft als vor drei Monaten, tauchen aber immer noch neue Probleme auf, wie Industriechef Manfred Gröning erläuterte. Wann genau alle Kinderkrankheiten beseitigt seien, kann das Unternehmen nicht sagen.

Zusammen mit Lieferanten und Spezialisten sei das Unternehmen damit beschäftigt, die Probleme zu beheben, heisst es in einer Mitteilung.

Der Betriebsaufwand stieg um 5 Mio. auf 25,7 Mio. Franken. Im Zusammenhang mit der schleppenden Inbetriebnahme der Extrusionspresse steigen die Kosten für Hilfs- und Betriebsstoffe wie Spezialwerkzeuge stark.

Swissmetal verliere aber trotz Lieferschwierigkeiten kaum Kunden, sagte Martin Hellweg. Beim Auftragseingang war ein leichter Anstieg von 0,9 Mio. Franken auf 67,1 Mio. Franken zu beobachten. Die Auftragsbücher sind im Vergleich vom Vorjahr noch 5 Prozent besser gefüllt, allerdings räumte Hellweg ein, dass dies zum Teil auch auf die aktuellen Lieferprobleme zurückzuführen sei.

Die Aufwendungen für Personal, Energie und Abschreibungen verliefen erwartungsgemäss, sagte Hellweg. Die Restrukturierung wurde im Frühling 2008 abgeschlossen. Innert Jahresfrist wurde der Personalbestand bis Ende Juni 2008 um 147 Vollzeitstellen auf 665 gesenkt. Der Umbau am Standort Reconvillier BE hatte zu einem harten Arbeitskonflikt mit zwei Streiks geführt.

Swissmetal spüre bei der Nachfrage derzeit keine Auswirkungen der konjunkturellen Abkühlung. Deswegen sieht die Unternehmensleitung die weiteren Aussichten positiv. Die Entwicklung von Solarziegeln verlaufe zufriedenstellend, ebenso der Aufbau eines Produktionsstandorts in Indien, wie an der Medienkonferenz bekannt gegeben wurde.

Die Anleger reagierten wenig erfreut auf das Halbjahresergebnis und die anhaltenden Produktionsschwierigkeiten. Die Swissmetal-Aktie sank bis Börsenschluss um 3,7 Prozent auf 18 Franken. (sda)