Indien

Dorfrat in Indien beschloss Gruppenvergewaltigung einer Frau

Protest gegen eine Vergewaltigung in Kalkutta am 2. Januar (Archiv)

Protest gegen eine Vergewaltigung in Kalkutta am 2. Januar (Archiv)

Auf Beschluss des Dorfrates ist in Indien eine junge Frau einer Gruppenvergewaltigung ausgeliefert worden. Die Misshandlung durch etwa ein Dutzend Männer wurde von dem Dorfrat von Subalpur im Bundesstaat Westbengalen als Strafe verhängt.

Die Geschichte ist unfassbar: Ein Dorfrat beschloss, eine 20-jährige Frau zu vergewaltigen, weil sie eine Affäre mit einem jungen Mann aus einem Nachbardorf hatte, der einer anderen Religiongsgemeinschaft angehört.

Die junge Frau habe die vom Dorfrat wegen der Affäre verhängte Geldstrafe nicht bezahlen können, sagte der zuständige Bezirkspolizeichef am Donnerstag.

Die Tat wurde am Dienstag verübt. Zwölf Verdächtige seien festgenommen worden. Die junge Frau befindet sich in Spitalpflege.

Die junge Frau und ihr Partner seien vor den Rat gezerrt und an zwei Bäume gefesselt worden. Als ihre Eltern zu erkennen gegeben hätten, dass sie die Strafe in Höhe von 25'000 Rupien (rund 370 Franken) nicht aufbringen könnten, habe der Rat die Vergewaltigungsstrafe ausgesprochen.

Kein Ende in Sicht

In Indien sorgen Gruppenvergewaltigungen immer wieder für Schlagzeilen. Ein besonders schwerer Fall jährte sich Ende Dezember - eine Gruppenvergewaltigung, die mit dem Tod einer 23-Jährigen in Neu Delhi endete.

Das Verbrechen hatte die indische Öffentlichkeit zutiefst aufgewühlt und tausende Menschen zu Protesten gegen die verbreitete sexuelle Gewalt gegen Frauen und die Gleichgültigkeit der Behörden auf die Strassen getrieben.

Die Politik reagierte mit der Einführung der Todesstrafe bei Vergewaltigungen mit Todesfolge. Dennoch wurden seit der Tat vor einem Jahr in Indien immer wieder schwere Sexualverbrechen begangen, unter anderem auch an ausländischen Touristinnen.

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