Dorfkern
Dorfkern, Muttenz, Sanierung

Touristen bewundern immer wieder den Muttenzer Dorfkern. Damit das so bleibt, gibt es Richtlinien, wie saniert werden muss.

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Dorfkern Muttenz

Dorfkern Muttenz

bz Basellandschaftliche Zeitung

Muriel Mercier

Im Muttenzer Gesetzbuch ist seit Kurzem fest verankert, mit welcher Farbe die Einwohner ihr Haus künftig streichen, neue Dachkonstruktionen vornehmen und sonstige Renovationen an ihren Wohnhäusern ausführen dürfen. Die Bau- und Planungskommission (BPK) verfasste die Richtlinien «Materialien im Muttenzer Dorfkern». Und dies deshalb, weil regelmässig Diskussionen entstanden sind, welche Materialien und Farben bei Bauvorhaben im Dorfkern tatsächlich zulässig sind. Denen sind nämlich Grenzen gesetzt.

Mit dem Muttenzer Dorfkern wird deshalb so behutsam umgegangen, weil die Gemeinde 1983 vom Schweizerischen Heimatschutz mit dem Henri-Louis-Wakker-Preis ausgezeichnet wurde. Der Heimatschutz lobte damals die Sorgfalt, mit der die Gemeinde die historische Bausubstanz erhält. «Unsere Gäste bewundern immer den Dorfkern von Muttenz», führt Gemeindeverwalter Urs Girod aus. Dies käme aber eben nicht von ungefähr.

Keine Diskussionen

Damit die Bewunderung bleibt, geben die Richtlinien, die vom Gemeinderat Ende Juni abgesegnet wurden, den Grundeigentümern und Projektverfassern vor, auf was sie bei einer Bauplanung achten müssen. «Früher waren ja die meisten Häuser Bauernhäuser. Wir legen Wert darauf, dass Dachkonstruktionen so gefertigt werden, dass das Holzwerk sichtbar ist. Gern gesehen sind auch Biberschwanzziegel, die von der Gemeinde mitsubventioniert werden.» Ebenso seien die Vorplatz- und Fassadengestaltung zwei Punkte, auf die geachtet werde.

Bei der von der BPK ausgearbeiteten Richtlinien geht es nicht darum, Leute zurechtzuweisen, die in der Vergangenheit an ihren Häusern gepfuscht haben. «Es geht lediglich darum, gewisse Fakten auf den Tisch zu legen, damit nicht bei jeder Sanierung diskutiert werden muss, ob man nun den billigen Verputz benutzen darf oder nicht.» Es habe bisher noch nie Probleme gegeben mit einzelnen Hausbesitzern.

Architekten werden informiert

Die Hinweise zum richtigen Umbau eines Hauses werden in den nächsten Tagen an alle relevanten Geschäfte in Muttenz, an die Grundeigentümer und die ortsansässigen Architekten geschickt. So könne man bereits bei der Planung darauf achten, dass nichts schief geht, erklärt Girod.

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