Tramlinie 10
Doppelspur für Generationen

Um auf der Tramlinie bis ins hintere Leimental eine Taktverbesserung zu realisieren, sind Baumassnahmen in der Höhe von 28 Millionen Franken vorgesehen. An der Infoveranstaltung zum Stand der Planung hinterfragten Kritiker das Kosten-Nutzen-Verhältnis.

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Doppelspur für Generationen

Doppelspur für Generationen

Bea Asper

«Kann ein Grundeigentümer das Projekt kippen, wenn er sich weigert, das von ihm verlangte Land abzutreten?», wollte ein Anwesender an der gut besuchten Infoveranstaltung zum Projekt Doppelspurausbau auf der Tramlinie 10 wissen. Die Projektverantwortlichen von BLT und der Kantone Baselland und Solothurn stellten sich am Donnerstagabend auf den Standpunkt, dass das Vorhaben in diesem Fall verzögert, doch kaum zu Fall gebracht werden kann. Ein abruptes Ende würde das 28 Millionen Franken teure Projekt lediglich finden, wenn der Baselbieter Landrat die Kreditgutsprache verweigert. Der politische Entscheid fällt wohl Mitte dieses Jahres. Die Verwaltungsstellen wollen die Pläne in drei Monaten dem Landrat überweisen. Parallel dazu läuft nun das öffentliche Auflageverfahren.

Obwohl die meisten Bauarbeiten auf Solothurner Boden ausgeführt werden, hat der Kanton Baselland als Hauptaktionär der BLT den grössten Kostenanteil zu leisten. In der Vereinbarung zum Tramverkehr gelte unter den drei Kantonen BL, SO und BS aber auch ein Solidaritätsprinzip, erklärte Markus Meisinger vom Baselbieter Amt für Öffentlichen Verkehr. Ausserdem ist vorgesehen, dass auch der Bund einige Millionen Franken beisteuert. Der Kanton Solothurn hat seine zehn Prozent der Finanzierung im Investitionsplan bereits verabschiedet.

Nebst dem Doppelspurausbau, der für die Taktverbesserung notwendig sei, beinhaltet das Projekt, das Sicherheitssystem zu optimieren (Bahnübergänge) und mit der neusten Technik Nebengeräusche zu beseitigen (zum Beispiel bei Weichen) sowie Erschütterungen besser zu absorbieren. Spezielle Lärmschutzmassnahmen seien nicht vorgesehen, weil die Grenzwerte nicht überschritten werden, führten die Projektverantwortlichen aus. Läuft alles nach Plan, werden die Bauarbeiten im Verlauf des nächsten Jahres realisiert, und auf den Fahrplanwechsel 2012 soll dann in den Stosszeiten bis nach Flüh der siebeneinhalb Minuten-Takt Wirklichkeit werden. Und in Rodersdorf fährt morgens und abends alle 15 Minuten ein Tram.

Bisher variieren die Wartezeiten zwischen zehn und 30 Minuten, erklärte BLT-Vertreter Alfred Schödler. Er musste sich die Frage gefallen lassen, ob der Nutzen des Projekts die hohen Kosten rechtfertige? «Die Investition lohnt sich ganz bestimmt», zeigt er sich gegenüber der bz überzeugt. «Es handelt sich um ein Generationenprojekt, um eine Investition für die nächsten Jahrzehnte.» Bereits in den letzten fünf Jahren habe sich die Anzahl der Fahrgastfrequenzen auf dem Streckenabschnitt von Rodersdorf bis Stadtgrenze von 4,7 Millionen auf 5,5 Millionen erhöht. «Und das Steigerungspotenzial im mittleren und hinteren Leimental ist weiterhin gross», sagt Schödler. Das Leimental werde von der Verbesserung der Erschliessung im grossen Mass profitieren.

Schödler ist zuversichtlich, dass die Chance erkannt wird. Auf Baselbieter Boden seien alle Vereinbarungen für die Landverträge bereits unter Dach und Fach, verkündete er. Und im Solothurnischen sei man sich zum jetzigen Zeitpunkt mit 80 Prozent der betroffenen Landeigentümer einig.

Bis zur Fertigstellung werden die Leimentaler allerdings noch auf die Geduldsprobe gestellt werden. Während der Hauptgleisarbeiten wird der Tramverkehr durch einen Bus ersetzt werden. Lärm wegen Nachtarbeit werde es nur wenig geben, Dreischichtbetrieb werde die Seltenheit sein, hauptsächlich würden die Arbeiten von sechs Uhr morgens bis um 22 Uhr dauern.