Dignitas darf Sterbemittel nicht direkt beziehen

Symbolbild für Sterbehilfe (Archiv)

Symbolbild für Sterbehilfe (Archiv)

Die Sterbehilfeorganisation Dignitas darf das tödliche Mittel Natrium-Pentobarbital nicht direkt beziehen und lagern. Das Bundesgericht hat als letzte Instanz einen Entscheid der Arzneimittelbehörde Swissmedic bestätigt.

Dignitas war bereits im Oktober beim Bundesverwaltungsgericht abgeblitzt. Konkret ging es darum, dass Dignitas die einem Sterbewilligen vom Arzt verschriebene Natrium-Pentobarbital-Dosis selber in der Apotheke beziehen wollte.

Das Medikament wollte die Organisation lagern und schliesslich dem Betroffenen verabreichen. Zudem verlangte sie eine Reserve, sollte der Patient erbrechen oder die Dosis verschütten.

Die Beschwerde stützte die von ihrem Chef Ludwig A. Minelli vertretene Organisation auf das Betäubungsmittelgesetz. Dieses gibt Organisationen das Recht über Betäubungsmittel zu verfügen, die im Katastrophenfall breiten Bevölkerungsschichten helfen - etwa die UNO oder das Rote Kreuz.

Der Vergleich mit solchen Hilfsorganisationen ist für die Richter in Lausanne deplatziert. Die Hilfe, welche Dignitas biete, könne nicht mit diesen Aktivitäten verglichen werden. Dignitas habe ganz andere Zwecke, nämlich die Unterstützung beim persönlichen Freitod.

Zusätzlich zum Bundesverwaltungsgericht hat das Bundesgericht noch weitere Vorbehalte. Es befürchtet Unregelmässigkeiten im Umgang mit dem Betäubungsmittel, da nicht sicher sei, ob Dignitas über ausreichend qualifiziertes medizinisches Fachpersonal verfüge.

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