Dietikon

Kann die Bremgarten-Dietikon-Bahn nicht unterirdisch geführt werden, um den Verkehr im Zentrum von Dietikon flüssiger zu gestalten? Können schon, sagt der Dietiker Stadtrat, doch sei eine oberirdische Linienführung dienlicher.

Merken
Drucken
Teilen
Stadtrat befürwortet oberirdische Linienführung der Bremgarten-Dietikon-Bahn

Stadtrat befürwortet oberirdische Linienführung der Bremgarten-Dietikon-Bahn

Die Folge: Zwischen dem Stadthaus und dem Bahnhof des Bezirkshauptorts werden die Stauzeiten für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer verlängert. Eine wiederkehrende, weil naheliegende Idee zur Problemlösung ist eine unterirdische Linienführung der S17. 22 Mitglieder des Stadtparlaments um Erstunterzeichner Josef Wiederkehr (CVP) forderten im April 2008 vom Stadtrat eine erneute Prüfung dieses Ansatzes.

Gegen 200 Millionen für Tunnellösung

«Eine unterirdische Bahnführung im Zentrum von Dietikon ist technisch machbar und könnte den Knoten Kirchplatz bezüglich Leistungsfähigkeit zugunsten des motorisierten Individualverkehrs entlasten», schreibt der Stadtrat in seinem Bericht. Dennoch lehnt er einen Bahntunnel ab. Ohnehin wären die Kosten exorbitant hoch.

Mindestens 160 Millionen Franken würde ein solcher Tunnel zwischen Bernstrasse und Bahnhof kosten, weitere 40 Millionen kämen hinzu, wenn der Tunnel bis zur Überlandstrasse verlängert würde. Der Bund würde sich kaum daran beteiligen, schätzt der Stadtrat.

Die Stadtregierung favorisiert ohnehin eine andere Lösung. In einem fussgängerfreundlichen Zentrum wäre die Bahn Teil eines urbanen Stadtbildes. Im Gegenzug müsste der Durchgangsverkehr um das Zentrum herum geleitet werden. Überhaupt ist das Ziel der Gemeinden, den Anteil des öffentlichen Verkehrs gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zu verbessern.

515 Millionen für Limmattalbahn

Entsprechende Pläne sind vorhanden: Mit dem Agglomerationsprogramm Aargau Ost hat der Kanton Aargau beim Bund einen Unterstützungsbeitrag in Höhe von 36 Millionen Franken beantragt, um die S17 zwischen Reppischhof und Bahnhof Dietikon auf zwei Spuren auszubauen.

Und für das Projekt Limmattalbahn fällt der offizielle Startschuss am kommenden Donnerstag. Etwa 515 Millionen Franken kostet diese neue Bahn. Alleine der 4,2 Kilometer lange Dietiker Abschnitt kommt auf circa 120 Millionen Franken zu stehen.

Wie der Stadtrat weiter schreibt, könnte auch die Limmattalbahn im unmittelbaren Zentrum unterirdisch geführt werden, und dies, obwohl die Bahn mitten im Grundwasser geführt würde. Die notwendige umweltrechtliche Ausnahmebewilligung würde der Kanton wohl erteilen, vermutet der Stadtrat.

Anders wäre dies im Falle eines Bahntunnels im Süden der Stadt. Eine unterirdische Linie entlang der Schöneggstrasse würde kaum bewilligt, weil sie drei bis vier Meter unter dem mittleren Grundwasserspiegel verlaufen würde. (mz/jk/wst)