Dietikon

Dietiker Gasversorgung gibt Gas

Sie Feiern den 100. Geburtstag der Gasversorgung: Werkleiter Arthur Huber und Stadtrat Jean-Pierre Balbiani aus Dietikon. (Bild: Thomas Pfann)

Im Gespräch

Sie Feiern den 100. Geburtstag der Gasversorgung: Werkleiter Arthur Huber und Stadtrat Jean-Pierre Balbiani aus Dietikon. (Bild: Thomas Pfann)

Die Dietiker Gasversorgung wird heuer 100 Jahre alt und feiert den Geburtstag mit einem Fest. Gleichzeitig sorgen die Musikcorps der Stadtjugendmusik und der Stadtmusik Dietikon für guten Sound anlässlich ihrer Muttertagskonzerte.

Thomas Pfann

Am Samstag vor Muttertag gibt die Gasversorgung Dietikon so richtig Gas. Zum 100. Geburtstag lädt sie ihre Kundinnen und Kunden ein, auf dem Kirchplatz gemeinsam das Jubiläum zu feiern. Nebst Wurst und Brot erhalten Gäste und Besucher Informationen über Gasautos und erfahren, wie sich die Energieformen Gas, Öl und Elektrizität am besten kombinieren lassen.

«Vor allem wollen wir aber auf das gute Verhältnis zwischen der städtischen Gasversorgung und den Bezügern anstossen», sagt der Leiter der Werkabteilung Dietikon, Arthur Huber. Zur musikalischen Unterhaltung sind die beiden Corps der Stadt- und Stadtjugendmusik Dietikon vor Ort. Sie konzertieren anlässlich des Muttertags vom Sonntag.

In Dietikon unterhält die Gasversorgung ein Niederdruck-Leitungsnetz von rund 26 Kilometern. An diesem angeschlossen sind gesamthaft 1022 Kunden, davon entfällt eine Hälfte auf Haushalt und Industrie, die andere auf 1- und 2-Stoff-Heizungen.

Das Gas kommt zum grossen Teil aus Holland und Norwegen. Für Huber ist Gas eine besonders geeignete Energie, er prophezeit ihr eine bessere Zukunft als zum Beispiel Öl. «Gas ist auch ökologischer als Öl, es braucht keine teure Tanklagerung zu Hause und bei der Verbrennung entsteht weit weniger CO2».

Wer seine Liegenschaft an das städtische Gasnetz anschliessen will, erkundigt sich am besten zuerst bei der Gasversorgung. «Grundsätzlich versuchen wir immer, einen neuen Anschluss zu realisieren», sagt Stadtrat und Werkvorstand Jean-Pierre Balbiani.

Zum 100. Geburtstag lohnt sich ein historischer Rückblick. Der Beginn der Gasversorgung Dietikon hängt sehr eng mit der Entwicklung des Gaswerkes Zürich zusammen. Bedingt durch das Wachstum der Stadt Zürich nach der ersten Eingemeindung von 1893, reichte das alte Gaswerk nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. Im Jahre 1897 entschied sich die Stadt für den Bau eines Gaswerkes in Schlieren. Die Firma Fietz & Leuthold übernahm die Bauarbeiten, und die Zementsteinfabrik Dietikon AG lieferte die Zementsteine. Das gab Arbeit und Verdienst auch für die Gemeinde Dietikon.

Das neue Gaswerk konnte 1898 dem Betrieb übergeben werden. Vor der Jahrhundertwende fand Gas vorwiegend für die Beleuchtung Verwendung. Durch das Aufkommen der Glühlampe änderte sich der Einsatz des Gases, und um 1907 betrug der Anteil für Koch- und Heizzwecke bereits siebzig Prozent der Gasproduktion.

Im Mai 1908 wurde eine Gaskommission von fünf Mitgliedern gewählt. Die Kommission machte sich an die Vorarbeiten und führte die Verhandlungen mit der Stadt Zürich. An der Gemeindeversammlung vom 4. Februar 1909 beschloss man die Einführung der Gasversorgung und begann sofort mit dem Bau des Leitungsnetzes. Am 15. November 1909 konnte das Gasnetz in Betrieb genommen werden.

In vielen Häusern kam eine Gasbeleuchtung zum Einsatz. Vor allem zum Kochen wurde das so genannte Stadtgas gerne eingesetzt. Im Jahr 1974 erfolgte der Wechsel von Stadtgas auf Erdgas. Dies erforderte umfangreiche Anpassungen an den Apparaten und Anlagen.

Der erhöhte Betriebsdruck und die Umstellung vom feuchten Stadtgas auf das trockene Erdgas führte zu neuen Anforderungen an das Leitungsnetz. Das gesamte Gasnetz wurde überprüft und zum Teil saniert. Im Unterschied zum Stadtgas ist Erdgas geruchlos. Übrigens: Damit man bei einem Austritt des Gases ein Leck feststellen kann, wird das Erdgas mit einem Geruchsstoff versehen.

Seit der Umstellung von Stadtgas auf Erdgas hat sich der Gasabsatz erfreulich entwickelt, das heisst, es gab seit 1974 bis heute eine Zunahme um das 20-fache auf 80 000 000 kWh. Das Erdgas wird zur Hauptsache für Heizungen und zu einem kleineren Teil zum Kochen verwendet.

In den Jahren 2006 und 2007 konnte die Erdgasbeschaffung neu geregelt werden. Die Stadt Dietikon ist an der Erdgas Regio AG beteiligt, die den Auftrag hat, für ihre 20 Aktionäre (selbstständige Gasversorgungen) gebündelt Erdgas zu beschaffen. Dadurch ist für die Zukunft auch in Dietikon eine Versorgung mit Erdgas zu konkurrenzfähigen Bedingungen gesichert. Ende 2007 nahm die Gasversorgung Dietikon eine eigene Gastankstelle an der Überlandstrasse in Betrieb.

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