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Dietiker Erdhäuser gehören zu verrücktesten Bauten der Welt

Erdhäuser Seit 1978 steht diese ökologische und visuell ansprechende Siedlung in Dietikonzvg

Erdhäuser

Erdhäuser Seit 1978 steht diese ökologische und visuell ansprechende Siedlung in Dietikonzvg

In einem Internet-Forum für Freunde nicht alltäglicher Architektur sticht ein Dietiker Bauwerk seine Konkurrenten aus. Das von Peter Vetsch erbaute Erdhaus verweist Konkurrenten wie das Olympiastadion in Peking auf die Plätze.

Alex Rudolf

«Je mehr Naturkatastrophen es in der Welt gibt, desto mehr Zuspruch bekommt nachhaltiges Denken und Bauen - dazu gehört auch die Bauweise meiner Erdhäuser», sagt Peter Vetsch. Die Besucher der Homepage www.strangebuildings.com können derzeit darüber entscheiden, welches Gebäude das Unkonventionellste ist.

Die Nase vorn hat die Erdhaussiedlung an der Dietiker Lättenstrasse, die 1978 vom Dietiker Architekten Vetsch geplant und gebaut wurde.

Plattform für verrückte Architektur

Das erklärte Ziel der Betreiber der Homepage ist es, den Besuchern eine Plattform für nicht alltägliche, vielleicht sogar verrückte Architektur zu geben. Wenn einem ein Gebäude, besonders ins Auge springt, dann soll man es für die Aufnahme in die Galerie vorschlagen, so der Wunsch des Wettbewerbs.

Diese architektonischen Werke können vom User dann bewertet werden. Die Vielfalt der vorgeschlagenen Bauten ist beinahe unendlich. Vom noch nicht erbauten, rotierenden Hochhaus in Dubai bis hin zum «Atomium» in Brüssel, welches 1958 anlässlich der Weltausstellung erbaut wurde, gibt es alles, was architekturinteressierte Herzen höher schlagen lässt.

Energiesparende Erdhäuser

«Es freut mich natürlich, dass meine Arbeit auch nach 30 Jahren noch Gesprächsthema ist», so der 67-jährige Vetsch. Sein Architekturbüro «Vetsch Architektur» in Zürich hat mit der Entwicklung der Erdhäuser internationales Renommee erhalten. Die Erdhäuser zeichnen sich durch energieeffiziente Bauweise einerseits und individuelle Architektur, welche die topografische Umwelt berücksichtigt, andererseits aus.

Vetsch hat bis heute 52 Erdhäuser rund um die Welt erbaut. «Die Zukunft liegt darin, mit einfachen Mitteln die Ressourcen der Natur zu nutzen,» so der Architekt.

Dass seine Arbeit nach so langer Zeit noch immer nicht den Sprung in die Massenproduktion geschafft hat, stört Vetsch keineswegs. «Das Erdhaus ist wie eine Skulptur, die den Bedürfnissen der Bewohner entspricht. Daher ist es auch schwierig und unerwünscht das Ganze zu normieren und in grossen Mengen zu fabrizieren.»

Ein gravierender Nachteil einer grossflächigen Verbreitung wäre auch, dass die «graue Energie», also die Energie, die aufgewendet werden müsste für die Produktion und den Transport der Einzelteile, steigen würde. «Wie das beispielsweise bei der Technik, die für Minergie Bauten benötigt wird, der Fall ist. Da ist es mir lieber, dass meine Häuser Unikate sind» so Vetsch.

Die Verrücktesten Gebäude der Welt

Auf www.strangebuildings.com sind neben vielen Informationen zu den Bauten auch Fotos und Visualisierungen zu finden. Darüber, welches Gebäude das aussergewöhnlichste Äussere hat, kann weiterhin abgestimmt werden. Auf den Plätzen hinter den Dietiker Erdhäuser liegen derzeit das verschachtelte «Habitat 67» im kanadischen Montreal und die Garage der Kansas City Library in den USA.

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