«Dieses Jahr ist eine Herzenssache»

Das Alterszentrum Burkertsmatt in Widen feiert Geburtstag. 15 Jahre nach der Eröffnung findet im November ein grosser Basar statt, gefeiert wird aber schon früher. Ein Besuch in der Werkgruppe.

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«Dieses Jahr ist eine Herzenssache»

«Dieses Jahr ist eine Herzenssache»

Dino Nodari

«Der Mittwoch ist immer ein schöner Tag, da kann ich nähen», sagt Yvonne Wetzel. Die 89-jährige frühere Schneiderin von Haute-Couture-Kleidern arbeitet mit anderen Bewohnerinnen in der Werkgruppe des Alterszentrum Burkertsmatt. In diesem Jahr feiert das Zentrum sein 15-jähriges Bestehen. Im November findet dazu ein grosser Basar statt. Die Werkgruppe arbeitet bereits heute am Verkaufsmaterial für diesen Tag.

«Ich kann zwar nicht Velo fahren, aber das Nähen verlerne ich nie», antwortet Yvonne Wetzel auf die Frage, ob Nähen wie Velofahren sei. An der Nähmaschine näht sie Herzen, die später von Hulda Hammer (93) und Ruth Neeser (84) mit Watte gestopft werden. Die Berikerin Ruth Neeser wohnt in einer Alterswohnung und arbeitet gerne in der Werkgruppe des Alterszentrums mit. Hier könne man alles machen, sagt sie. Und Hulda Hammer ergänzt: «Die Arbeit sorgt für Abwechslung.»

Ein eingespieltes Team

Gegenüber Hulda Hammer und Ruth Neeser arbeiten Hilde Fuchs (89) und Nelly Müller (86) an Geschenkkarten. Sie diskutieren, welche farbig bemalten Papiere gut zur jeweiligen Farbe der Geschenkkarte passen würden. Sie seien ein eingespieltes Team, sagt Hilde Fuchs. In der Werkgruppe hätten sie schon so viel zusammen hergestellt. Es sei ein schönes Gefühl, wenn ihre Werke verkauft werden und die Leute Freude daran hätten, sagt Ruth Neeser.

Seit sechs Jahren wird die Werkgruppe in Widen von Brigitt Koller aus Zufikon geleitet. «Die Gruppe muss kein Geld verdienen mit ihrer Arbeit, aber dennoch wollen die Teilnehmerinnen einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen», erklärt sie. Beim Besuch in der Werkgruppe fiel auf, dass keine Männer mitarbeiteten. «Eigentlich hätten wir auch Arbeiten für Männer», sagt Koller. Aber die würden sich nur wenig beteiligen. Die Mitarbeit sei eben freiwillig und müsse auch Spass machen. Sie suche und sehe überall Dinge, die sie gerne mit der Werkgruppe realisieren würde, so käme sie auf ihre Ideen. «Aber dieses Jahr ist eine Herzenssache», erklärt Koller im Hinblick auf die zahlreichen Herz-Artikel, die nun für den grossen Basar hergestellt werden.

Das Leben auch im Alter leben

Die Herausforderung sei wichtig für die Bewohner und auch, dass sie mitbestimmen können, was gerade läuft, erklärt Zentrumsleiterin Raphaela Bootz. Ihr Motto: Das Leben soll auch im Alter gelebt werden. Wichtig sei in der Werkgruppe, dass es nicht nur kurzfristige Tagesziele gäbe, sondern auch langfristige Arbeiten, wie beispielsweise das Werken für den Basar im November.

Das Jubiläum zum 15-jährigen Bestehen des Alterszentrums auf dem Mutschellen wird am Sonntag, 6. Juni, mit einem Anlass für die Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörige eröffnet. Im Sommer findet ein Anlass für die Mitarbeiter statt und im November der Basar für die Öffentlichkeit.