Bärenpark-Bau

Dieser Park kostet 23,6 Millionen

Kostenexplosion: Im Bärenpark sind bereits die beiden Bären Björk und Finn los, in der Verwaltung der Teufel.  uz

Bärenpark

Kostenexplosion: Im Bärenpark sind bereits die beiden Bären Björk und Finn los, in der Verwaltung der Teufel. uz

Weil der neue Bärenpark bis zu anderthalbmal teurer wird beschloss der Berner Gemeinderat eine Administrativuntersuchung. Die möglichen Kosten von fast 24 Millionen Franken erachtet er als «unseriös und inakzeptabel».

Bruno Utz

Am Dienstag gab die Bauherrin des Bärenparks, die der Stadt gehörende Stadtbauten Bern (StaBe), bekannt, dass auch die vor einem Jahr genannten 14,5 Millionen Franken nicht ausreichen werden, um den Bärenpark zu bezahlen. Die Geologie sei schlecht, der Hang unter dem alten Tramdepot rutsche, hiess es. Nötig seien nun im schlechtesten Fall 23,6 Millionen.

Lückenlose Aufklärung

«Der Gemeinderat ist befremdet und konsterniert über diese Nachricht» kommentierte gestern Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) die neusten StaBe-Zahlen. StaBe habe es bis heute nicht geschafft, die Kosten einigermassen transparent darzustellen. Dass die Verantwortlichen vor einem Jahr nicht reagiert hätten, erachte der Gemeinderat «als unseriös und inakzeptabel». Der Gemeinderat habe deshalb beschlossen, eine Administrativuntersuchung durchzuführen.

«Die Vorgänge und die Verantwortung für die Kostenüberschreitung müssen lückenlos geklärt werden.» Wer die vermutlich mehrere Monate dauernde Untersuchung leiten wird, sei noch offen. Weiter lasse der Gemeinderat ein externes Gutachten zum Zustand des problematischen Hanges ausarbeiten. «Wir wollen Gewissheit, ob das Gelände auf Dauer gesichert ist oder ob noch weitere Vorkehrungen nötig sind.»

Klage nicht ausgeschlossen

Konsequenzen zu ziehen, sei unabdingbar; «wenn nötig auch auf personeller und strafrechtlicher Ebene». Dass der StaBe-Verwaltungsrat dem CEO Rudolf Lanzrein in der Person von Verwaltungsratsmitglied Hans-Rudolf Schreiber einen Bauspezialisten für alle laufenden Projekte zur Seite gestellt hat, unterstütze der Gemeinderat. «Ob dies genügt, ist für uns allerdings fraglich», sagte Tschäppät. Der Gemeinderat hege grosse Sympathie für die Forderung, die StaBe wieder in die Stadtverwaltung zu integrieren.

Mutmassungen im Mai

Finanzdirektorin Barbara Hayoz (FDP) - sie gehört zusammen mit Gemeinderatskollegin Edith Olibet (SP) dem fünfköpfigen StaBe-Verwaltungsrat an - sagte, sie habe erstmals im Mai von Mutmassungen gehört, dass die Kosten nochmals höher ausfallen könnten. «Die damals in den Raum gestellten rund 20,5 Millionen Franken waren aber weder dokumentiert noch nachvollziehbar.» Deshalb habe sie eine Konkretisierung verlangt.

Noch im August sei von Mehrforderungen von drei bis vier Millionen geredet worden. Erst Mitte September sei sie von StaBe informiert worden, dass die Kosten im besten Fall bei 18,3 Millionen und im schlechtesten Fall bei 23,6 Millionen lägen. Sie bedaure, den Gemeinderat nicht schon im Mai über die unsichere Lage informiert zu haben. Und: «Es ist schade, dass die in einer Woche stattfindende Eröffnungsfeiern von der äusserst negativen Kostenentwicklung überschattet werden.»

Hayoz verwies schliesslich auf die grosse Unterstützung von Sponsoren und Bevölkerung. Wären die ursprünglichen Baukosten von 9,7 Millionen eingehalten worden, so wäre die Finanzierung ohne Steuergelder mit den zusammen gekommenen 12,3 Millionen Franken mehr als gelungen, so Hayoz.

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