Werner Rimann

Dieser Mann steht für Sicherheit

Werner Rimann auf dem Posten der Regionalpolizei Lenzburg vor einer Stadtkarte. (mch)

Werner Rimann

Werner Rimann auf dem Posten der Regionalpolizei Lenzburg vor einer Stadtkarte. (mch)

Das Wohlbefinden der Lenzburger Bevölkerung liegt Werner Rimann, Sicherheitsdelegierter der Stadt Lenzburg, am Herzen. In seiner Arbeit bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) versucht er, Unfälle zu verhindern und die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Markus Christen

Als Regionalpolizist hat Werner Rimann einen wachen Blick für gefährliche Situationen. Dieser kommt ihm auch in seiner Position als Sicherheitsdelegierter von Lenzburg zugute. Seit nunmehr 32 Jahren bekleidet Rimann dieses Amt, kann deshalb aus einem überaus grossen Erfahrungsfundus schöpfen und kompetent über die Aufgaben und Ziele der bfu berichten.

Seit über fünfzig Jahren setzt sich die Stiftung in den Bereichen Strassenverkehr, Sport, sowie Haus und Freizeit im öffentlichen Auftrag für mehr Sicherheit ein. In überregionalen und regionalen Fachtagungen instruiert sie die heute 1200 Sicherheitsdelegierten über neueste Erkenntnisse zur Unfallprävention, damit dieses Wissen auch der Bevölkerung zum Nutzen gereicht.

In jeder Gemeinde ein Delegierter

«Ein Ziel der bfu ist es, in jeder Gemeinde einen Sicherheitsdelegierten zu haben», sagt Rimann, «dieses Ziel wurde in der Region Lenzburg erreicht.» Neben Rimann, der in erster Linie für die Bereiche Sport und Freizeit zuständig ist, gibt es in der Stadt einen zweiten Delegierten, Stephan Roth, Verkehrsinstruktor der Regionalpolizei, der sich um die Tücken des Strassenverkehrs kümmert.

Rimann stösst während seiner täglichen Arbeit aber auch immer wieder in seiner Freizeit auf Situationen, die für die Bevölkerung eine potentielle Unfallgefahr darstellen können. «Wir können aber niemanden zwingen, sich unseren Instruktionen und Empfehlungen zu fügen», erläutert er die beratende Funktion seines Postens. Weiter sei seine Kompetenz vor allem bei privaten Bauherren und Bastlern von Nöten, da die offiziellen Hersteller um die geltenden Normen wüssten und diese auch Anwenden würden.

Ein Handbuch für alle Fälle

Rimann erinnert sich an mehrere Fälle, in denen er präventiv einschritt, bevor jemand zu Schaden kommen konnte. Als Beispiel fügt er den Waldspielplatz beim Schloss Lenzburg an, bei dem verschiedene Unfallherde gefunden wurden, um danach den Konstrukteur über die Richtlinien der bfu zu informieren, die danach auch umgesetzt wurden.

Treuer Begleiter bei Rimanns Tätigkeit als Sicherheitsdelegierter ist dabei ein schwarzes Handbuch, in welchem die gängigsten Problemstellungen erläutert sind. «Dieses Handbuch ist eine der besten Errungenschaften des bfu in den vergangenen Jahren», sagt Rimann. Auch an der diesjährigen Regionaltagung galt ein Hauptpunkt deshalb der Ergänzung des Handbuches.

Über die teilweise umstrittenen Werbespots des bfu, in welchen zum Beispiel der helmlose Aufprall eines Kopfes auf den Strassenboden als zerplatzende Melone inszeniert wurde, äussert sich der Polizist in zustimmender Weise. Natürlich platze kein Menschenschädel bei einem Unfall, räumt er ein, der Spot stelle aber ungefähr dar, was im Innern des Kopfes vor sich ginge. «Die bfu hat die Absicht die Bevölkerung zu sensibilisieren und dies gelingt oft nur über ungeschönte Realität.»

Neuer Trend: Trampolin

Ein weiterer Informationspunkt an der Tagung war der neueste Trend in heimischen Gärten: das Kindertrampolin. Bei dieser Art von Kindersportgeräten sei es immer ratsam, nicht eine billige Anschaffung zu tätigen und die Herstellerrichtlinien zu befolgen. Wichtig seien vor allem ein Unterkriechschutz und genügende Höhe der Seitennetze, erklärt Rimann. «Für die Geräte kann bei der Versicherung eine Dritthaftung zur Privathaftung abgeschlossen werden. Man darf aber nicht vergessen, dass diese bei einer Verletzung der Sorgfaltspflicht nicht greift.»

Auf Anregung des Bauamtes hat sich die bfu auch mit Sicherheitsfragen in Bezug auf das Schloss Lenzburg befasst. Zwar stehe bei der Südbastion eine Tafel, die vor dem Erklimmen der Mauer warne, sagt Rimann, doch habe die Beratungsstelle eine Sicherheitsempfehlung für grösstmöglichen Schutz erstellt und der Schlossstiftung übergeben. Dabei wurde auch darauf Wert gelegt, die historische Ästhetik des Schlosses zu berücksichtigen.

Auch beim Müli-Märt in Lenzburg hat die bfu schon unterstützend eingegriffen. Nachdem ein Kind über eine Mauer gefallen war, hat die Migros auf Empfehlung der bfu innert kürzester Frist reagiert und einen schwereren Unfall verhindert.

Trotz all seinen Bemühungen will Rimann aber auch daran erinnern, dass man nicht alles in Watte packen könne. «Der Faktor Mensch muss immer miteinkalkuliert werden. Und ein Wesenszug des Menschen ist es, Fehler zu begehen.»

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