Ammonitensammlung des Vereins Eisen und Bergwerke
«Diese Steine sind hier in guten Händen»

Die Ammonitensammlung des Vereins Eisen und Bergwerke, Herznach, hat durch eine Schenkung von über 400 wertvollen Exemplaren eine wesentliche Aufwertung erfahren.

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Aargauer Zeitung

Geri Hirt

Christine und Hans Peter Schmid aus Nuglar (SO) schenkten ihre Sammlung in der Überzeugung: «Jetzt sind diese Steine in guten Händen.» Aufgrund von Experten-Aussagen zählt die Herznacher Ammonitensammlung zu einer der Bedeutendsten Europas.

Der Samstag war für den Verein Eisen und Bergwerke nicht nur Arbeitstag auf dem Bergwerkareal in Herznach, sondern zugleich auch ein besonderer Jubeltag: «Die Ammoniten jubeln, dass sie nun wieder zu Hause sind», zitierte Vereinspräsident Hans Reimann den Fossilienexperten Mario Henzi. Über 400 wertvolle Ammoniten, die alle aus dem Herznacher Bergwerk stammen, durfte der Verein als grosszügiges Geschenk von Christine und Hans Peter Schmid übernehmen.

Damit hat die rund 1500 Exemplare umfassende Sammlung des Vereins Eisen und Bergwerke, welcher von Fachleuten europäische Bedeutung attestiert wird, eine wesentliche Erweiterung und Aufwertung erfahren.

Die Kontakte wurden an der Mineralienbörse in Basel, an welcher der Verein Eisen und Bergwerke als Gast eingeladen war, geknüpft. Hans Peter Schmid, Ortsbürger von Wittnau, ist heute nebenamtlicher Gemeindepräsident der Gemeinde Nuglar (SO). Er hat die umfangreiche Sammlung von Herznacher Ammoniten von seinem Vater gerbt. Dieser war während des Zweiten Weltkriegs permanent in Herznach stationiert.

Die Steine aus dem Bergwerk faszinierten ihn, obwohl er kein Fossilienkenner gewesen sei, sagte Hans Peter Schmid. «Auch ich bin kein Sammlertyp», bekannte Schmid und fügte an: «Die Steine, die einen Blick in die Evolution ermöglichen, haben mich zwar extrem interessiert und gaben mir viel, dennoch war es mir angesichts meiner privaten Sammlung nie ganz wohl.»

Er sah sich nach Museen um, doch irgendwie fand er nicht den richtigen Partner. An der Basler Mineralienbörse 2008 wurde Schmid auf den Verein Eisen und Bergwerke aufmerksam. «Ich habe mir gesagt: Das ist doch die Idee! Dieser Verein hat mit der Öffnung eines Stollens eine grosse Vision, was ich toll finde», erklärte Hans Peter Schmid.

Er habe gesehen, dass mit grossem Sachverstand, Liebe, ja mit Herzblut gearbeitet werde. «Ich bin nun rundum glücklich und ich trenne mich gerne von diesen Steinen, da ich weiss, dass sie in guten Händen sind.» Hans Beck, Chef der aktiven Herznacher Ammonitengruppe, gab seiner grossen Freude über die umfangreiche Sammlung Ausdruck: «Dieses Geschenk bedeutet uns alles.»

Zurück in den Stollen

Mit dem Projekt «Zurück in den Stollen» bricht der Verein Eisen und Bergwerke zu neuen Ufern auf, respektive stösst in den Berg vor. Geplant ist die Öffnung des Hauptstollens auf einer Länge von 75 Metern. Dort - im Berg - soll die grosse Ammonitensammlung ihrer Bedeutung entsprechend präsentiert werden, wie Hans Reimann erläuterte.

Mit einer breit angelegten Sponsoring-Kampagne soll ein grosser Teil der erforderlichen Mittel in der Höhe von rund 790 000 Franken eingebracht werden. Der Startschuss erfolgt im Rahmen der Gewerbeausstellung GAST vom 19. bis 21. Juni in Herznach. An der GAST ist der Verein Eisen und Bergwerke mit einem Informationsstand und einem Klopfplatz prominent vertreten.

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