Verlassene Bauwerke

Diese sowjetische «Blitz-Maschine» wird heute kaum noch genutzt – aus gutem Grund

Der gigantische «Marx Generator» wurde in den 70er Jahren zur Erzeugung von künstlichen Blitzen genutzt

Der gigantische «Marx Generator» wurde in den 70er Jahren zur Erzeugung von künstlichen Blitzen genutzt

In den Wäldern der russischen Kleinstadt Istra, rund 50 Kilometer vor den Toren Moskaus, fristet eine gigantische «Blitzmaschine» ihr Dasein. Die futuristisch anmutende Anlage wurde in den 70er Jahren erbaut und war jahrelang ein streng geheimes militärisches Sperrgebiet.

Der riesige Komplex aus Türmen, Spulen und Rohren wirkt wie aus einem Science Fiction-Film, wurde aber vom russischen «Institut für Elektro-Ingenieurwissenschaften» zur Überprüfung der Störfestigkeit von Anlagen oder Maschinen – vorwiegend von Militärflugzeugen – gegenüber elektromagnetischer Strahlung erbaut. 

Die gut 40 Meter hohe Anlage ist in der Lage einen künstlichen Blitz mit einer Länge von 150 Metern zu erzeugen. Die sowjetische «Blitzmaschine» ist weltweit einzigartig und besteht aus einer 3-Megawatt-Transformator-Kaskade und einem 9-Megawatt-Impulsspannungsgenerator. Die Stromleistung dieses gigantischen Generators soll gleich hoch wie diejenige aller russischen Kraftwerke zusammengenommen sein.

Wie zerstörerisch die Leistung der Blitze ist, die von dieser Anlage erzeugt wurden, lässt sich noch heute gut an der bewaldeten Umgebung des Generators ablesen. Zahlreiche Bäume sind hier bei den sowjetischen Tests einfach verbrannt. Dies, weil die künstlich erzeugten Blitze schlicht unkontrollierbar waren.

Heute wird der «Marx-Generator», wie er oft genannt wird, kaum noch in Betrieb genommen. Das liegt einerseits an den horrenden Betriebskosten der Anlage. Andererseits aber vor allem am Problem, dass sich die erzeugte Energieleistung nur für den kurzen Zeitraum von etwa 100 Millisekunden aufrechterhalten lässt. (luk)

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