Geissen

Diese Geissen sind auch Förster

Zehn Ziegen, die bei der Klinik Barmelweid leben, helfen auf natürliche Art bei der Waldpflege.

Deborah Balmer

Nähert sich Erich Schindler, der Teamleiter Arealunterhalt auf der Barmelweid, der Weide, laufen ihm seine Ziegen alle laut meckernd entgegen. «Die kennen mich und denken natürlich sofort ans Fressen», sagt Schindler und lacht.

Die Herde lebt hier bei der Klinik auf einer Waldweide und findet Gras, Blätter, Laub, und wenn sie richtig hungrig ist, auch Rinde zum Fressen. Die Pfauengeissen gehören zum Bio-
diversitätspark auf der Barmelweid. Sie sorgen dafür, dass ein zwei Hektaren grosses ausgelichtetes Waldstück nicht wieder verbuscht. So wachsen hier mit der Zeit vielleicht wieder seltene Orchideenarten.

Angeschafft hat die Klinik Barmelweid fünf der seltenen Pfauengeissen im vergangenen Jahr. Mittlerweile hat jede der Ziegendamen ein Junges bekommen, der Bestand sich verdoppelt.

Neugierige Geissen und Besucher

Heute gibt es etwa 1000 Stück dieser Rasse in der Schweiz. «Sie stammt aus dem Prättigau und konnte noch rechtzeitig vor dem Aussterben gerettet werden», so Schindler.
Sein Ziel ist es, dass die Herde etwa auf 20 Exemplare anwächst. «Dafür mieten wir jeweils einen Geissbock aus dem Ruedertal», sagt Schindler, der sehr zufrieden ist mit den Jungen. Denn: «Sie sind alle sehr schön gezeichnet.»

Der Name Pfauengeissen haben die Tiere übrigens nicht, weil sie etwas mit einem Vogel zu tun hätten: Ein Verschreiber hat ihnen den Namen gegeben: «Ursprünglich hiessen die Ziegen Pfavengeissen - weil ein Journalist aus dem v ein u gemacht hat, kamen die Ziegen zu ihrem Namen», so Schindler.

Nicht nur fördern die Geissen die Biodiversität, sondern die Tiere helfen mitunter auch bei der Genesung der Patienten der Klinik mit. Neben dem Gehege führt nämlich ein Therapiepfad durch. «Die Geissen wecken die Neugierde der Patienten», so Schindler. Zu sehen gibt es immer etwas: Die Pfauengeissen springen auf Stämme und Steine, die Jungen spielen und sie pflegen eine innige Beziehung zur Mutter.

«Seit wir die Pfauenziegen haben, besuchen uns am Wochenende viele Familien aus der Umgebung», bemerkt Schindler. Die Pfauenziege ist die Ziege, die am nächsten mit dem Steinbock verwandt ist. Sieht man die grossen Hörner der Tiere, glaubt man das sofort. Und: Weil das laufende Jahr das internationale Jahr der Biodiversität ist, hat es die Pfauengeiss sogar auf eine Briefmarke der Post geschafft.

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