O'Neill

Diese Aargauer Familie wandert nach Tansania aus

Auswanderer Rebekka, Colin, Declan und Kieran aus Hendschiken machen sich auf nach Tansania. irena jurinak

Familie O'Neill

Auswanderer Rebekka, Colin, Declan und Kieran aus Hendschiken machen sich auf nach Tansania. irena jurinak

Abenteuer Afrika: Rebekka und Declan O’Neill aus Hendschiken verlassen die sichere Schweiz und ihr Einfamilienhaus in Hendschiken, um in Tansania Entwicklungszusammenarbeit zu leisten. Damit erfüllen sie sich einen lang gehegten Traum.

Irena Jurinak

Rebekka, Declan, Colin (2) und Kieran (1) O'Neill sitzen im Wohnzimmer ihres Hauses in Hendschiken, vor dem Fenster liegen grüne Wiesen, auf denen Kühe grasen. Plötzlich erklingt eine afrikanische Melodie: Rebekkas Handy klingelt.

Familie O'Neill bereitet sich zurzeit auf das Abenteuer ihres Lebens vor. Bald tauschen sie ihr Heim im Grünen gegen ein Zuhause am Victoriasee in Afrika. Rebekka und Declan O'Neill wandern zusammen mit ihren Söhnen Colin und Kieran für drei Jahre nach Tansania aus. Für die Organisation Interteam mit Sitz in Luzern leisten sie dort personelle Entwicklungszusammenarbeit.

«Ja näher die Abreise rückt, umso mehr fallen uns Dinge ein, die wir vermissen werden», sagt Rebekka O'Neill. «Unsere Familie und Freunde, die Wälder, Berge und Seen und natürlich die Sicherheit.» Und auch ihren 11-jährigen Hund Nika müssen sie in der Schweiz zurücklassen. «Aber wir nehmen einfach einen Satz und tauchen in die neue Welt ein.»

Zusage kam im Februar

Die Familie freut sich auf das Abenteuer Afrika. «Wir freuen uns auf das Ungewisse, auch wenn uns bewusst ist, dass es nicht immer einfach sein wird.» Schon lange träumten sie davon, eine Zeit lang ins Ausland zu gehen und in der Entwicklungszusammenarbeit tätig zu sein. Declan O'Neill, der zuletzt im Altersheim Lenzburg arbeitete, hatte ursprünglich Theologie studiert und bereits einmal mit Strassenkindern auf den Philippinen gearbeitet.

Über ihren Hausarzt stiessen die O'Neills auf die Organisation Interteam, im Herbst 2009 nahmen sie an einem Info-Anlass teil und bewarben sich. Nach einem dreitägigen Einführungskurs im Februar dieses Jahres erhielten sie die Zusage. In einer Woche beginnt ein vierwöchiger Vorbereitungskurs in Bad Schönbrunn bei Zug. Am 2. August fliegen die O'Neills nach Afrika.

Im Umfeld hätten nicht alle Verständnis für ihren Schritt geäussert, meistens, weil sie ein falsches Bild hätten, sagt Rebekka O'Neill. Doch die meisten ihrer Freunde und Bekannten hätten positiv reagiert und sie in ihrem Vorhaben unterstützt. Ein Freund kreierte eine eigene Homepage für das Projekt und vor der definitiven Abreise kann die Familie bei Rebekka O'Neills Schwester wohnen. Denn ihr Haus in Hendschiken wird die Familie vermieten.

Do you speak Suaheli?

In Tansania werden die O'Neills in Mwanza wohnen, der zweitgrössten Stadt im Norden des Landes. Die Stadt mit etwa 400 000 Einwohnern liegt am zweitgrössten Süsswassersee der Welt. Der Viktoriasee ist rund 1,6-mal grösser als die Schweiz. Die ersten zwei Monate besuchen sie einen Intensiv-Sprachkurs für Suaheli. Ab Oktober arbeitet Rebekka O'Neill, zuletzt Qualitätsmanagerin bei Ascom, dann bei der Frauenrechtsorganisation Kivulini. Ziel ist, die Menschen vor Ort auszubilden und Arbeitsabläufe und Strukturen aufzubauen, die auch nach der Abreise von Rebekka O'Neill noch Bestand haben. Declan O'Neill wird sich als Familienmanager hauptsächlich um Colin und Kieran kümmern.

Die Familie arbeitet im Freiwilligenstatus, das bedeutet, Interteam übernimmt die Lebenskosten. Die Organisation lanciert keine eigenen Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit, sondern unterstützt lokale Initiativen von Partnerorganisationen mit dem Know-how von Fachpersonen aus der Schweiz. Die Finanzierung erfolgt durch den Bund, das Fastenopfer und Spenden.

Der Abschied der O'Neills rückt näher, in einem Rundbrief informieren sie derzeit Freunde und Bekannte über ihr Projekt. Auf ihrer Homepage und mit Rundbriefen werden sie den Daheimgebliebenen auch aus Tansania regelmässig von ihren Erlebnissen erzählen.

Mehr: Website der Familie O'Neill

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