Das hätte bös enden können: Am Sonntag um 17.35 Uhr stellte die Seilbahn Weissenstein notfallmässig ab. «In der Einfahrt Talstation ist ein Sesseli nicht ordnungsgemäss eingefahren und hat sich aufs Übelste verklemmt und verkeilt», so Betriebsleiter Konrad Stuber. Grund war eine gebrochene Schraube (Ermüdungsbruch), welche die Führung von zwei Stützrollen übernimmt, die für eine ordnungsgemässe Einfahrt und Seilführung verantwortlich sind. Das Sesseli war leer, jedoch waren noch 20 weitere mit insgesamt 32 Personen auf der Strecke blockiert. Erst mit vereinten Kräften konnte das verkeilte Fahrzeug geborgen werden und nach 45 Minuten die Bahn mit allen Gästen mit reduzierter Geschwindigkeit entleert werden. Eine Not-Evakuation stand kurz bevor.

Sehnsucht nach 1. November

Die Kräfte der Verkeilung waren so gross, dass das Seil durch die Klemme des Sesselis gerissen wurde. Die Klemme weist Brandspuren auf. Das Seil wurde einer optischen Kontrolle unterzogen und als unversehrt beurteilt.

Nach gestrigen Testfahrten ist die Bahn wieder in Betrieb - noch 20 Tage, dann ist definitiv Schluss. «Wir sehnen uns alle nach dem 1. November», so Stuber. Für die Betreiber und das zuständige Bundesamt für Verkehr steht fest: Entweder gibt es eine neue oder keine Bahn mehr (wir berichteten). Die Betriebsbewilligung läuft Ende Jahr aus, das Neubauprojekt ist umstritten.

Das Risiko fährt mit

In der letzten Zeit häufen sich die Störfälle bei der Sesselbahn. Erschreckend ist, dass ganz offensichtlich die Zeit am Material nagt. Bereits ein neutrales Gutachten zur Frage der Sanierbarkeit schliesst Ermüdungsbrüche bei der fast 60-jährigen Bahn nicht aus. Unter anderem wurde im Gestänge der über 100 Sesseli vermehrt Korrosion entdeckt, welche die Rohre der Sesseli bruchanfälliger macht. Sichtbar sind diese Schäden jedoch von aussen nicht. (mz)