Die WSB mausert sich und wird weiss

Die Wynental- und Suhren-talbahn (WSB) erneuert und ergänzt ihr Rollmaterial. Für die Passagiere sichtbar an den orange-weissen, silbergrauen und weissen Zügen, die in den beiden Südtälern unterwegs sind.

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Die WSB mausert sich und wird weiss

Die WSB mausert sich und wird weiss

Peter Siegrist

Die WSB-Züge haben ihr Outfit schon mehrmals gewechselt. Ende der Siebzigerjahre wurden die ursprünglich hellblauen Züge signalorange. 1993 kamen die neuen Triebwagen (ABe 4/8) in dezentem Orange-Grau auf die Schienen; heute zirkulieren diese in silbergrauem Design. Und jetzt steht bereits der erste dieser Züge im neuen A-Welle-Design – weiss mit rot-blau-schwarzer Welle – am Start.

Claudio Häni, Leiter Rollmaterial bei der WSB: «Dieser Zug wurde am Distelberg in einen Unfall verwickelt. Wir haben ihn repariert und ihm gleich das neue A-Welle-Design verpasst.»

Bahn zählt in Jahrzehnten

Die Bahn rechnet beim Rollmaterial mit einer Lebensdauer von 35 Jahren. Während dieser Zeit werden Fahrzeuge in fixen Abständen revidiert oder gar modernisiert. «Einen Refit machen sagen wir», so Häni. Gegenwärtig werden die Triebwagen (Be 4/4) aus den Jahren 1978/79 umgebaut und modernisiert. Sie werden kombiniert mit elf neu beschafften Steuerwagen.

Die Umbauten werden grösstenteils in der WSB-Werkstätte in Schöftland ausgeführt, nur die Drehgestelle werden auswärts revidiert. Verschiedene Arbeiten werden unter Zuzug von Handwerkern aus der Region ausgeführt. Der Refit eines Triebwagens kostet 600000 Franken, ein neuer Steuerwagen gar 1,2 Millionen Franken. Pro Jahr werden in Schöftland drei Triebfahrzeuge umgebaut.

Die WSB hat jetzt elf Kombinationen aus neuen Steuerwagen und Refit-Triebwagen im Einsatz. Diese Züge erfüllen die Komfortansprüche der heutigen Bahnkunden. Die Wagen sind klimatisiert, offen, übersichtlich und hell.

Aus zwei mach eins

Eine Änderung gibt es bei den «Silbergrauen». Die WSB wird von der BDWM Transport AG (Bremgarten-Dietikon-Bahn) fünf Zugkombinationen aus den 1990er-Jahren übernehmen. Diese werden angepasst, das Getriebe wird auf die maximale Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern eingerichtet, die elektrische Anlage auf die WSB-Spannung von 750 Volt umgebaut. Ausgeführt werden diese Arbeiten von den Herstellerfirmen. Den Einbau der Zugsicherung übernehmen WSB-Leute.

Die neuen Fahrzeuge sind um ein Fenster (minus acht Plätze) kürzer, weil die Strecke der BDWM viel engere Kurvenradien hat. Bei der WSB werden sie mit den bestehenden Pendelzügen neu kombiniert: 1 WSB-Teil und 1 BDWM-Teil ergänzen sich zu einem neuen Zug.

Ende 2013 wird die WSB über 23 Pendelzüge verfügen, 11 Refit- und 12 ex-silbergraue Züge. Mit dem aktuellen Fahrplan mit Viertelstundentakt sind jeweils maximal 9 Doppelkombinationen (= 18 Züge) gleichzeitig auf dem Netz im Einsatz.

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